Ein bisschen Bohème?

Grosse Pläne, grosse Töne: Auf dem Wankdorfareal in Bern soll die ‹gestapelte Stadt› entstehen. Doch bei dem ambitionierten Projekt klaffen Rhetorik und Realität auseinander.

Grosse Pläne, grosse Töne: Auf dem Wankdorfareal in Bern soll die ‹gestapelte Stadt› entstehen. Doch bei dem ambitionierten Projekt klaffen Rhetorik und Realität auseinander.

Das Gebiet, wo einst der Berner Schlachthof stand, heisst heute Wankdorfcity. Durchreisende erkennen es an der grossen freistehenden SBB-Uhr, die zwischen nüchternen Bürobauten etwas Pop Art versucht. Der spürbaren Monotonie auf dem Areal zwischen Bahngleisen und Autobahn soll nun der dritte und letzte Entwicklungsschritt entgegenwirken: Mit Wankdorfcity 3 entsteht gemäss den Initianten ein «visuell und programmatisch vielschichtiger, dichter Quartierbaustein», der die Entwicklung des gesamten Areals hin zu einem lebendigen Stadtquartier positiv unterstützen soll. Statt monofunktionaler Büronutzung wird eine urbane Mischung aus Wohnen und Arbeiten versprochen mit Raumangeboten für verschiedenste Lebensstile wie auch unterschiedlichste Tätigkeiten. Weil die Stadt Bern auf dem 34 000 Quadratmeter grossen Areal eine Ausnützung von sagenhaften 300 Prozent erlaubt, wird Wankdorfcity 3 allerdings kein gewöhnliches Stück Stadt sein, sondern – wieder in den Worten der Initianten – Ausdruck einer «neuen Berner Urbanität». Für die versetzten Baukörper, die aufeinandergetürmt werden, für die öffentlichen Plätze und nachbarschaftlichen Gärten in luftiger Höhe, für die Passerellen, die die Türme auf diversen Ebenen miteinander verbinden, hat man einen bildhaften Ausdruck gefunden: die gestapelte Stadt. Die Idee geht zurück auf das Richtprojekt, das ein Planungsteam um den Berner Architekten Rolf Mühlethaler erarbeitet hat und das als Grundlage für den kürzlich durchgeführten Projektwettbewerb diente. Der Wettbewerb hat vier rangierte Projekte hervorgebracht, die nun im Rahmen einer «kollaborativen Werkstatt» weiterentwickelt werden. Die prämierten Büros – Bauart, E2A, Meili, Peter & Partner sowie Bob Gysin Partner – erarbeiten das Bauprojekt gemeinsam mit Rolf Mühlethaler Architekten und Maurus Schifferli Landschaftsarchitekten sowie Vertreterinnen vo...

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