Modellaufnahme

Dorfplatz im Durchfahrtsort

Das Architekturbüro mazzapokora gewinnt den Studienauftrag für einen Ersatzneubau im Dorfzentrum von Wald (AR). Daniel Pokora beantwortet unsere drei Fragen.



Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Daniel Pokora: Das Projekt thematisiert den öffentlichen Raum und die Schaffung eines Dorfplatzes in einem Durchfahrtsort, dessen Zentrum sich nicht im klassischen Sinne manifestiert. Hier setzen wir mit unseren Betrachtungen an, das heisst, nicht nur ein weiteres Gebäude vorschlagen, sondern die Gelegenheit ergreifen um die bereits vorhandenen Qualitäten dieses zentral gelegenen Perimeters herauszuschälen und eine wahrnehmbare Mitte innerhalb des Strassendorfes zu gestalten. Eine modulierte, schräge Ebene schafft einen neuen Begegnungsort in der Gemeinde und löst eine Vielzahl von Anforderungen zugleich.


Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Der vorgefundene dörfliche Kontext ist typisch für die Region. Das Projekt knüpft in seiner Logik an einer Vielzahl von Themen der unmittelbaren Umgebung bzw. der Appenzeller Baukultur an, ohne diese formal zu imitieren und sich anzubiedern. Der Bedarf an mehr Laden- und Gemeindefläche, sowie der Wunsch nach mehr Wohnraum strapazieren die Kapazitäten des typischen historischen Appenzeller Hauses und verlangen nach einer neuen übergeordneten Betrachtungsweise und der Entwicklung eines neuen selbstbewussten Typus. Wir versuchen, dem für die Appenzeller Baukultur neuen Gebäudegrösse ein Gesicht zu verleihen.


Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Die Problematik von Ersatzneubauten in fragilen, kleinmassstäblichen Dorfzentren ist ein aktuelles Thema im Appenzellerland worauf in den nächsten Jahren eine spezifische Antwort entwickelt werden muss. Da es keine Rezepte für diese Aufgabenstellung gibt, war der Entwurfsprozess eine permanente Gratwanderung zwischen dem historischen Kontext und einer Weiterentwicklung des Dorfes.

Ersatzneubau Dorfzentrum Wald (AR)

Studienauftrag im selektiven Verfahren mit sechs Architekturbüros für die Gemeinde Wald.
– Weiterbearbeitung: mazzapokora, Zürich
– Weitere Teilnehmer: Bathe + Reber, Architekten, Dortmund; Gähler Architekten, St. Gallen; Nussbaumer Trüssel Architekten und Gestalter, Basel; bm architekten, Herisau; Hörler Architekten, Basel.

close

Kommentare

Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen