Das Siegerprojekt Fotos: Andy Senn

Die Pyramide am falschen Ort

Andy Senn gewinnt den Wettbewerb für ein neues Krematorium in St. Gallen. Die Jury ist zufrieden, kritisiert aber auch.

Das Krematorium wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Die St. Galler haben es mehrmals umgebaut und erweitert. Trotzdem genügt es heute den Anforderungen nicht mehr, wie es im Jurybericht heisst. Die Verbrennungsöfen müssen ersetzt werden. Ein grosser Teil der Arbeitsräume befindet sich untertags. Ein Neubau nordwestlich der bestehenden Anlage soll auch den veränderten Bedürfnissen Rechnung tragen.
49 Büros hatten sich beworben, acht liess man zum Studienauftrag zu. Gewonnen hat Andy Senn. Das Grundstück für den Neubau liegt in einem unberührten Niemandsland des Friedhofs, schreibt die Jury. Das Siegerprojekt schafft mit einem kleinen Hof einen Ort. Hier trennen sich auch Anlieferer und Besucher. Zunächst lobt die Jury den Entwurf: «Ihm gelingt es, sowohl die technische und betriebliche Funktionalität zu gewährleisten, als auch das Gebäude auf städtebaulich und freiräumlich überzeugende Weise in die Friedhofsumgebung einzubetten. Dank der kompakten Anordnung zählt der Vorschlag zudem zu den wirtschaftlichsten.» Doch das Beurteilungsgremium kritisiert auch deutlich. Die Pyramide sei ein überhöhtes Symbol am falschen Ort. Sie diene als Verkleidung der Kamine und entfaltet ihre räumliche Wirkung nicht etwa im Kultraum sondern im Technikraum. Das Material Klinker werde zwar der Bauaufgabe und dem Ort gerecht. Die konstruktive Umsetzung wirke jedoch noch wenig ausgereift.

Neubau Krematorium, St. Gallen

Studienauftrag im selektiven Verfahren mit 8 Teams für die Stiftung Krematorium St. Gallen

Weiterbearbeitung:

Andy Senn, St. Gallen, mit Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau

Weitere Teilnehmer:

– Architekten-Kollektiv, Winterthur

– Boltshauser Architekten und Aita Flury, Zürich

– Barão.Hutter.Atelier, Zürich

– Ruprecht Architekten & Blue Architects, Zürich

– Caruso St John Architects, Zürich

– Marte.Marte Architekten, Weiler

Nicht abgegeben:

Atelier Markus Buschor, St. Gallen

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