Das neue Ensemble der Schulhausanlage Hirsgarten mit bestehendem, winkelförmigen Baukörper von Hermann Fietz und dem neuen Turnhallentrakt.

«Die Hierarchie erhalten»

Meier Hug Architekten gewinnen den Studienauftrag für die Erweiterung der Schulanlage Rikon in Zell. Sansath Saravanabavan beantwortet unsere drei Fragen.



Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Sansath Saravanabavan: Durch die Positionierung zweier Klassenzimmer und des Gruppenraums im Dachgeschoss des bestehenden Schulhauses konnte das Raumprogramm entspannter organisiert werden. Um die äussere Erscheinung des Gebäudes möglichst wenig zu tangieren, wird auf einen Lukarnenaufbau verzichtet. Die Räume werden über atelierartige, grossflächige Verglasungen belichtet, die der Dachschräge folgen. Durch diesen Eingriff wird den denkmalpflegerischen Vorgaben entsprochen und die Räume erhalten trotz ihrer Nordausrichtung eine optimale Belichtung.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Die vom Architekten Hermann Fietz erbaute Anlage Hirsgarten in Rikon mit Schultrakt, Turnhalle und Treppenhausturm wird mit einem winkelförmigen Baukörper im Süden der Schulanlage ergänzt. Dabei fasst das bestehende Gebäude gemeinsam mit dem neuen Turnhallentrakt den Aussenraum mit Sportplatz. Der Neubau und der bestehende Baukörper stehen durch ihre Setzung in einer räumlichen Beziehung zueinander und bilden gemeinsam das Ensemble der erweiterten Schulhausanlage. Der neue Turnhallentrakt lehnt sich in seinem architektonischen Ausdruck an den modernen, zurückhaltenden Charakter des bestehenden Baukörpers an.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Die Schwierigkeit bestand darin, die programmatischen Anforderungen so umzusetzen, dass die Hierarchie von Hauptbau und ergänzenden Bauten und insbesondere die Zugangssituation mit Blickachse, Turmbau und Skulptur – ein für das Verständnis der historischen Anlage wichtiger Aspekt – erhalten bleibt.

Erweiterung Primarschulhaus Hirsgarten / Neubau Turnhalle, Schulanlage Rikon, Zell

Studienauftrag im Einladungsverfahren mit sechs Teams für die Gemeinde Zell
– Weiterbearbeitung: Michael Meier und Marius Hug Architekten, Zürich
– Weitere Teilnehmer: Fahrländer Scherrer Architekten, Zürich; Götz Partner Architekten, Schaffhausen; Raumfindung Architekten, Rapperswil; Boesch Architekten, Zürich; Orsingher Architekten, Flaach

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