Aussenbild

Die Einfachheit und ihre Tücken

Mit einem kleinen Turm gewinnen Raeto Studer Architekten den Wettbewerb für die Schulhauserweiterung in Büsserach (SO).

Während die meisten anderen Beiträge nach einer architektonischen Eingliederung in das Ensemble, nach einem «Weiterbauen» im Geist der späten 50er Jahren suchten, wagten Raeto Studer und sein Team das Unerwartete: Ihr Erweiterungsvorschlag gesellt den drei niedrigen langgezogenen Bauten kein verwandtes viertes Volumen zur Seite, sondern setzt ihnen einen einfachen viergeschossigen Turm am Ende des einen Schultrakts entgegen. Durch die «klare und überzeugende architektonische Gestaltung» des neuen Gebäudes werde die Eigenständigkeit des Ergänzungstraktes betont, lobt die Jury. Die leichte Abdrehung des Turms lasse einerseits einen überzeugenden Aussenraum entstehen, zum anderen erfahre die innere Organisation des bestehenden Schulgebäudes eine klare Aufwertung.

An der etwas gewöhnungsbedürftigen Typologie mit einem Zimmer pro Geschoss hebt das Preisgericht die dreiseitige Belichtung und den fast quadratischen Grundriss der Klassenräume hervor: sie seien dadurch vielfältig nutzbar und würden viele unterschiedliche Möblierungsvarianten zulassen. Der «sehr ökonomische Umgang mit den geforderten Programmflächen» und das «sehr geringe Bauvolumen» würden schliesslich  eine wirtschaftliche Umsetzung des Projekts versprechen.

Bekanntlich hat aber auch die Einfachheit ihre Tücken. Hier sind es die baurechtlich problematische Höhe und die ungelöste Frage nach der geforderten Erweiterbarkeit. Diese Punkte führten in der Jury zwar zu «intensiven Diskussionen», vermochten die Entscheidung aber nicht weiter zu beeinflussen.

Schulhauserweiterung Kirsgarten
Einstufiger anonymer Wettbewerb auf Einladung für die Gemeinde Büsserach (SO)
Fachjury: Ernst Spycher, Mateja Vehovar, Ulrike Schröer, Markus Jermann
– 1. Rang: Raeto Studer Architekten, Basel
– 2. Rang: Engler Architekten, Basel
Weitere Teilnehmer:
– Dreier Korntheuer Architekten, Büsserach
– ARGE Gloor Schäfer, Basel
– Jeker Architekten, Basel

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