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Der Sonnenfänger

Mit einem Bau von «enormer Länge» gewinnen Nord Architekten den Wettbewerb für die Burgfelderstrasse in Basel.

An der Burgfelderstrasse in Basel, wenige Meter vor der Landesgrenze entfernt, soll ein grosser genossenschaftlicher Wohnungsbau und ein öffentlicher Freiraum entstehen. Nord Architekten und Meta Landschaftsarchitektur aus Basel gewannen den eingeladenen Wettbewerb mit einem Projekt, das dezidiert aus Topographie und Situation heraus entworfen worden ist: Entlang der Strasse und nahe an sie herangerückt, setzen die Verfasser ihr langes Volumen, das über die abfallende Topographie weit nach Nordosten blickt. Wo sich heute Schrebergärten über den Hang verteilen, soll zu Teilen die neue Grünanlage entstehen: Aus der Kombination von genossenschaftlichem Wohnbau und öffentlichem Freiraum erhofft sich der Kanton Basel-Stadt «Synergien» fürs Quartier. 
Die vorgeschlagene Freiraumgestaltung überzeuge auf allen Ebenen, schreibt die Jury: «Sie versteht sich als struktureller Ansatz, ist diagrammatisch richtig aufgegleist, berührt mit der Sinnlichkeit der gewählten Referenzbilder und manifestiert sich in einer klaren Gestaltungssprache.» Ebenso stichhaltig ist der architektonische Vorschlag, auf den das gewählte Kennwort «Sonnenfänger» anspielt: Indem die Architekten die orthogonal organisierten Wohneinheiten aus dem Längsvolumen ausdrehen, trotzen sie der ungünstigen Orientierung des Perimeters gut belichtete Wohnungen ab, die sowohl von Morgen- wie Abendsonne profitieren. Neben dem «glaubhaften Nutzen bei der Belichtungs- und Lärmthematik», so die Jury, sei die Verdrehung auch «eine in sich schlüssige Strategie, um den Baukörper auf seiner enormen Länge mit der vertikalen Teilung zu modellieren und den Aussenraum zu strukturieren».

Wohnungsbau mit Ideenteil öffentlicher Freiraum Burgfelderstrasse, Basel

Anonymer Projektwettbewerb auf Einladung für die Neue Wohnbaugenossenschaft Basel NWG, die Wohngenossenschaft Bündnerstrasse und den Kanton Basel-Stadt, vertreten durch Immobilien Basel-Stadt und Stadtgärtnerei
Fachjury: Beat Aeberhard, Sibylle Bucher, Quintus Miller, Stefan Rotzler, Barbara Rentsch
– 1. Rang: Nord Architekten, Basel mit Meta Landschaftsarchitektur, Basel
– 2. Rang: Luca Selva Architekten, Basel, mit August+Margrit Künzel Landschaftsarchitekten, Binningen
– 3. Rang: Rüdisühli Ibach Architekten, Basel, mit Andreas Tremp Landschaftsarchitekten, Zürich
Weitere Teilnehmer:
– SSA Architekten, Basel, mit Westpol Landschaftsarchitektur, Basel
– Burckhardt + Partner AG Architekten, Basel, mit Fontana Landschaftsarchitektur, Basel
– Raeto Studer Architekten, Basel, mit Berthold.Lenzin Landschaftsarchitekten, Liestal

Kommentare

Andreas Konrad 05.03.2017 20:24
Diese und andere Projekte zeigen: Schweizer Bauten werden erdiger und holziger, klassischer und südländischer: Schöner.
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