Darüber reden

Wie steht es um den Architekturwettbewerb? Eine Umfrage von Hochparterre Wettbewerbe bei den Architekturbüros zeigt: Sie sind grundsätzlich zufrieden, aber es besteht Handlungsbedarf.

Fotos: Hahn + Zimmermann (Infografiken), Annett Landsmann (Fotos)

Wie steht es um den Architekturwettbewerb? Eine Umfrage von Hochparterre Wettbewerbe bei den Architekturbüros zeigt: Sie sind grundsätzlich zufrieden, aber es besteht Handlungsbedarf.

Zu Besuch bei Enzmann Fischer Partner in Zürich. Architekt Philipp Fischer hat die Abgabepläne zu einem Wettbewerb von 1994 an der Wand seines Büros aufgehängt. Einfache Strichzeichnungen im Massstab 1:200 zeigen den Neubau des Armeeausbildungszentrums in Luzern. Zusammen mit Christine und Evelyn Enzmann hat er es später auch gebaut. Auf den Plänen sind zwei Sätze zum Projekt und die Abbildung eines kleinen Konzeptmodells zu sehen – alles auf fünf Blättern dargestellt, im Format A2 (sic!). Philipp Fischer schaut nach: 490 Stunden mussten sie für die Teilnahme am Wettbewerb aufwenden. Das Wettbewerbsprogramm umfasste 14 Seiten; abzüglich Inhaltsverzeichnis und der Seite mit den Juryunterschriften bestand es also aus zwölf Seiten mit Text und vierseitigem Anhang für das Raumprogramm. Berechnen mussten die Architekten nur die Geschossfläche; das fand auf einer A4-Seite Platz – zwei Stunden Zusatzaufwand. ###Media_1### Das auf dem Tisch liegende Wettbewerbsprogramm holt uns zurück in die Gegenwart, ins Jahr 2021: Es geht um den Campus Platztor in St. Gallen. Mit Anhang füllt es einen ganzen Bundesordner. Die eingereichten Dokumente hätten im Büro keinen Platz: 14 A0-Blätter, sechs für den eigentlichen Wettbewerb, acht für die Überarbeitung. Das Büro hat 4450 Stunden für das am Ende drittplatzierte Projekt investiert, davon 2350 für die Überarbeitung, Fachplaner und Renderings nicht eingerechnet. Die verlangten Berechnungen zu Gebäudevolumen, Geschossfläche und Nutzfläche, geschossweise nach SIA 416, füllen in der Überarbeitung 55 Seiten. ###Media_4### Motiv und Methode Auch wenn die beiden Wettbewerbe nicht exemplarisch sind, so zeigt eine Zusammenstellung der Arbeitsstunden des Büros seit 1994 doch eindeutig: In den Anfangszeiten wendete es durchschnittlich 500 Stunden für einen Wettbewerb auf, heute sind es 2000 Stunden. Zum Teil lässt sich der ges...

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