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Die ausgeklappte Ecke mit den grossen Fenstern ist das Merkmal des sanierten Juwelierhauses.
Die ausgeklappte Ecke mit den grossen Fenstern ist das Merkmal des sanierten Juwelierhauses.

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Bucherer Bahnhofstrasse: Subtil weiterentwickelt

Text: Werner Huber / 30.06.2016 13:56

«Herzog & de Meuron passen nicht an die Bahnhofstrasse», so titelte vor knapp zwei Jahren der «Tages-Anzeiger», als die Bausektion des Zürcher Stadtrates das Projekt des Juweliergeschäfts Bucherer ablehnte. Die einen ärgerten sich über den Zürcher Kleingeist, der an der renommierten Einkaufsmeile nichts Neues zulassen will, andere mögen Schadenfreude empfunden haben, dass es den Baslern einfach nicht gelingt, einen Bau in Zürich zu realisieren. Nun hat Bucherer einen zweiten Anlauf genommen und vier Architekturbüros zu einem Studienauftrag eingeladen, den das Zürcher Office Haratori und sein Amsterdamer Partner Office Winhov gewannen.

«Lagegerechte Sanierung als baurechtlicher Umbau», so hiess die Aufgabe an die Architekten. Keinesfalls sollten sie einen Neubau entwerfen. Ein solcher wäre nämlich mit der heute bestehenden Kubatur gar nicht mehr bewilligungsfähig, sondern müsste um ein Geschoss reduziert werden. Das war auch eine Lehre aus dem HdeM-Projekt: Die grosse Eindringtiefe des Entwurfs aus Basel hätte aus dem Um- praktisch einen Neubau gemacht, weshalb das Vorhaben scheiterte. Nun beschränkten sich die Architekten also auf eine neue, dem Prestige des Ortes und des Geschäftes angemessene neue Fassade und auf die technische Aufrüstung des Hauses. Seine heutige Gestalt erhielt das Gebäude durch einen grundlegenden Umbau in den 1960er-Jahren nach Plänen von Carl Lippert und Arnold von Waldkirch. Obschon als Umbau klassiert, war dabei vom Vorgängerbau von 1874 ausser den dicken Mauern des Untergeschosses nichts mehr übrig geblieben. Mit seiner wenig profilierten Fassade aus Marmor in unterschiedlichen Grautönen war das Haus eine nach aussen abgeschlossene Schatulle.

Eine markante Ecke

In ihrem Entwurf nehmen die Offices Haratori und Winhov die Materialisierung und die Zeichnung der Geschossigkeit auf. Indem sie die geschosshohen Steinplatten leicht ins Gebäudeinnere klappen, brechen sie jedoch die Flächigkeit der bestehenden Fassade auf. In den unteren Geschossen ergibt das nicht mehr als eine feine, nachts inszenierte Zeichnung in der Fassade. In den oberen Geschossen, wo die Steinflächen weiter in den Raum geklappt sind, entstehen Fensterschlitze. An der Ecke Bahnhofstrasse–Kuttelgasse sind die Fassadenplatten der vier oberen Geschosse jedoch nicht nach innen, sondern nach aussen geklappt, sodass vier grosse, in den Strassenraum gerichtete Schaufenster entstehen, die gleichermassen von aussen nach innen wie von innen nach aussen wirken. Das gleiche Motiv zeigt sich an der in die Kuttelgasse gerichteten Fassade.

Mit dieser erkerartigen Ecksituation nehmen die Architekten ein Motiv auf, das an der Strasse an vielen Häusern aus verschiedenen Epochen zu sehen ist. So hatte schon der Bucherer-Vorgängerbau ein dreigeschossiges Ecktürmchen, und der einstige Kleider-Frey aus den 1960er-Jahren wenige Häuser strassenaufwärts (in den demnächst Prada einziehen wird), hat ebenfalls einen mehrgeschossigen Erker über Eck. Prominentestes Beispiel dafür ist aber das Modissa-Haus, bahnhofstrassenabwärts an der Ecke zur Uraniastrasse: Dort kontrastiert der viergeschossige gläserne Eckerker wirkungsvoll mit den übrigen geschlossenen Fassadenflächen. Schade nur, hat man bei der Modissa die plastische Ausgestaltung der beiden unteren Geschosse einer simplen, zweistöckigen Glasfassade geopfert. Eine Tendenz, die auch am kürzlich umgebauten ehemaligen Feldpausch-Gebäude von Theo Hotz zu sehen ist. Umso erfreulicher ist es, dass der neue Bucherer dieser Mode nicht erliegt.

Der Studienauftrag wurde bereits im letzten Jahr durchgeführt. Ab September soll das Projekt realisiert und im Frühling 2018 der neue Bucherer eröffnet werden.

Umbau und Sanierung Bucherer Bahnhofstrasse

Studienauftrag mit vier eingeladenen Büros. Fachjury: Arno Lederer, Stuttgart (Vorsitz); Arthur Rüegg, Zürich; Patrick Gmür, Direktor Amt für Städtebau, Zürich

– Auftrag zur Weiterbearbeitung und Realisierung: Office Haratori, Zürich, mit Office Winhov, Amsterdam

Weitere Teilnehmer:

– Bosshard Vaquer Architekten, Zürich

– Meletta Strebel Architekten, Zürich und Luzern

– Sergison Bates Architekten, Zürich und London.


«Bahnhofstrasse Zürich. Geschichte - Gebäude – Geschäfte»: Alles über die Bahnhofstrasse im goldenen Buch von Hochparterre.

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