Situationsmodell

Arbeit an einem Rohdiamanten

Die wichtigste Stadtentwicklung Berns ist einen Schritt weiter: Das Team um Amman Albers StadtWerke, raderschallpartner und huggenbergerfries gewinnt den städtebaulichen Wettbewerb für das Viererfeld.

Als «eigentlichen Rohdiamanten» bezeichnet der Jurybericht im Vorwort das Areal Viererfeld/Mittelfeld, und als solcher verdiene er Sorgfalt. Über dem Aarehang gelegen, mit Blick auf Altstadt und Alpen, dabei zentrumsnah und gut vernetzt, soll das Areal dereinst Wohnraum für 3000 Menschen bieten, dazu einen Park, Arbeitsplätze, Gewerbe und öffentliche Nutzungen. Mindestens die Hälfte der Wohnbauten sollen gemeinnützig sein. Das Viererfeld, man glaubt es gerne, ist «die wichtigste Stadtentwicklung in Bern in den nächsten zehn Jahren». Die Bundesstadt scheute daher nicht den Aufwand, sie lobte für das komplexe Vorhaben einen grossen und ebenso komplexen Wettbewerb aus. Bewerben konnten sich interdisziplinäre Planungsteams, berücksichtigt wurden stolze 26 Eingaben, darunter erfreulich viele junge oder teilweise junge Arbeitsgemeinschaften. Die Aufgabe wiederum gliederte sich in drei Teile: Gefordert waren ein städtebaulicher Entwurf, ein Vorschlag für die Gestaltung der grossen Grünfläche zwischen neuem Quartier und Wald («Stadtteilpark») sowie ein exemplarischer architektonischer Vorschlag, wie im Viererfeld dereinst gewohnt werden soll.

Visualisierung Städtebau und Stadtteilpark (Team Ammann Albers StadtWerke)

Die Jury jurierte vier Tage lang, schliesslich vergab sie den ersten Rang für Städtebau und Stadtteilpark an das Zürcher Team um Amman Albers StadtWerke, raderschallpartner und huggenbergerfries: «Prägendes Merkmal», so teilt die Stadt Bern heute mit, «sind zwei diagonale Achsen, die das Rückgrat des neuen Quartiers bilden und insbesondere für den Fuss- und Veloverkehr eine gute Grundstruktur bieten. Das Projekt baut mit Sorgfalt die bestehende Stadt weiter. Dies zeigt sich etwa im Bereich Mittelfeld, wo es rund um das Burgerspittel – im Gegensatz zu den meisten anderen Projekten – bewusst auf Hochhäuser verzichtet. Im Bereich Stadtteilpark punktet das Projekt mit seinem grosszügigen, konzeptionell durchdachten Umgang mit Freiraum und Landschaft.» 

Für den Projektteil «Wohnen» prämierte die Jury sieben Entwürfe, mit dem ersten Rang wurde hier das Nachwuchsteam von pan m und gud Architekten bedacht, die im Bereich Städtebau und Stadtteilpark wiederum den zweiten Rang belegen. Die sieben Wohn-Beiträge sind allerdings «als Ideen und Konzepte und nicht als fertige Projekte zu verstehen». Sie werden, unter Berücksichtigung ihrer Würdigung in den Beschrieben dieses Juryberichts, zur Weiterbearbeitung und Implementierung in den städtebaulichen Rahmen des Siegerprojekts empfohlen. Das Team Ammann Albers erhält nun den Auftrag, den Masterplan inklusive dem öffentlichen Raum im Dialog mit den weiteren rangierten Teams zu erarbeiten. Zudem wird es mit der Projektierung sowohl der wesentlichen Freiräume als auch mit der Projektierung eines Projektteils «Wohnen» beauftragt. 

Stadtpräsident und Jury-Präsident Alec von Graffenried zeigte sich heute hocherfreut über das Ergebnis des Wettbewerbs. Er sieht die «hohen Erwartungen an das für alle Beteiligten anspruchsvolle und auch fordernde Wettbewerbsverfahren vollumfänglich erfüllt».  

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