Soll der zweiten Etappe des Siegerprojekts weichen: 1946 erbautes Infektionskrankenhaus von Hans Schmidt. Fotos: Peter Heman / Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt

Also, ein Turm

Der ausufernde Diskurs zum Spitalwettbewerb in Basel rüttelte so an den Grundfesten des Wettbewerbswesens, dass sich die Jury und der SIA zu Wort melden mussten. Doch zu gross bleibt zu gross.

Zu eng und dunkel sind die Geschosse im Klinikum 2, zu sanierungsbedürftig die Haustechnik. In der öffentlichen Wahrnehmung ist wichtiger, dass der Bau aus den 1970er-Jahren von allen Seiten verschmäht wird, weil er als Notlösung zwischen dem 1946 eröffneten Klinikum 1 und der Altstadt hineingepfropft ist.Das Projekt von giuliani.hönger gewinnt. Ein 60 Meter hohes Bettenhaus mit Sockelbau, erschlossen über eine zentrale Achse – ein klassischer, mustergültiger Spitaltypus. Die Jury bedauert bei aller Korrektheit die Nüchternheit des architektonischen Ausdrucks. Dem gegenüber steht Herzog & de Meurons zweitplatzierter Beitrag. Ein Flachbau, ein Flatschen, so flach wie kein anderer Beitrag und eine Typologie, die man von Herzog & de Meuron bereits von der Rehab in Basel und vom siegreichen Wettbewerbsbeitrag für das Zürcher Kinderspital kennt. Die Jury ist voll des Lobes für die stadträumlichen Qualitäten. Da sich das Projekt am engen Stützenraster des Bestands orientiert, führen hohe Schichttiefen zu engen Zimmern und dunklen Gängen. Und der Bau ist aufgrund des kleinen Volumens so dicht gepackt, dass Funktionalität und Belichtung der Stationen nicht zu lösen sind.Programmiertes DilemmaDer Jurybericht gab den nötigen Zündstoff selbst mit auf den Weg. Das klare und korrekte, also klassische Siegerprojekt, an dem der architektonische Ausdruck noch zu lösen ist, und ihm gegenüber das zweitplatzierte städtebaulich wie architektonisch hervorragende Projekt mit nicht akzeptablen funktionalen Defiziten.Funktion und Gestaltung, Krankenzimmer und Stadtraum – vermeintlich unvereinbar. Als Erster meldete sich ein erregter Robert Schiess, Obmann des Basler Heimatschutzes, zu Wort. «Wir werden den Turm verhindern», liess er sich zitieren, Hochhäuser innerhalb der historischen Stadtmauer von 1400 seien tabu. Der Presse war das Lob der Jury für das zweitplatzierte...
Also, ein Turm

Der ausufernde Diskurs zum Spitalwettbewerb in Basel rüttelte so an den Grundfesten des Wettbewerbswesens, dass sich die Jury und der SIA zu Wort melden mussten. Doch zu gross bleibt zu gross.

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