Dorfplatz und neue Gemeindeverwaltung

Abstraktion schafft Öffentlichkeit

Comamala Ismail architectes gewinnen den offenen Wettbewerb für das Gemeindezentrum und die Schulhauserweiterung in Ried-Brig.

Wie manch eine andere Schweizer Gemeinde sieht sich Ried-Brig mit wachsenden Einwohnerzahlen konfrontiert. Das Wachstum sei gesund und moderat, stellt der Gemeindepräsident fest, dennoch steigen die Anforderungen an die öffentliche Infrastruktur. Weitsichtig hat die Gemeinde unterschiedliche Baufaufgaben zu einem Wettbewerbsprogramm zusammengefasst: eine Schulbauerweiterung um vier Klassenräume, ein Neubau für die Kinderbertreung, die Errichtung einer neuen Gemeindeverwaltung sowie die Erstellung eines zentralen Dorfplatzes. Eine gebündelte Aufgabe bedeutet jedoch nicht zwingend ein gebündeltes Projekt, sondern erst einmal die ortsbauliche Abstimmung unterschiedlicher Bauprojekte. Das prämierte Projekt von Comamala Ismail architectes aus Delémont führt dies exemplarisch vor: es schlägt drei verschiedene Gebäude an drei verschiedenen Standorten mit drei unterschiedlichen architektonischen Ausdrucksformen vor. 

Schwarzplan mit den drei Teilprojekten

Die neue Gemeindeverwaltung ist der markanteste, auch zentralste Baustein. Mit vier Geschossen aufragend, markiert das Volumen den Auftakt zum Dorfkern und stärkt dem neu gestalteten Dorfplatz den Rücken. «Der gewählte architektonische Ausdruck», schreibt die Jury dazu, «ist von einer gewissen Abstraktion, welche einen stark öffentlichen Charakter erzeugt und so vermeidet, sich den historisch gewachsenen Strukturen anzubiedern.» Anders das Prinzip bei der Schulhauserweiterung, die an den Bestand anbaut und diesen auch architektonisch unnauffällig weiterführt. Der Neubau für die Kinderbetreuung wiederum ist als eigenständiger Baukörper in gewisser Distanz zur Schule vorgeschlagen, sein Äusseres «von einem spielerischen Ausdruck geprägt». Einstimmig empfiehlt die Jury den Vorschlag von Comamala Ismait zur Ausführung: er überzeuge sowohl in städtebaulicher und architektonischer Hinsicht als auch in Bezug auf eine ortsbauliche Aufwertung und der zur Identitätsbildung des neuen Gemeindezentrums beitragenden Dorfplatzgestaltung. 

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