Zirkuläre Kunststofffenster
Architektinnen blicken oft kritisch auf Kunststofffenster. Doch die in einem Bürogebäude im Rheintal verbauten sind energieeffizient, lärm- und wetterbeständig, rezyklierbar und ästhetisch anpassbar.
Unmittelbar bei der Autobahnausfahrt Sennwald im St. Galler Rheintal zieht ein Büroneubau die Blicke auf sich: Das Gebäude ist wie Origami gefaltet. Ein Solitär mit scharfen Kanten, der das Treiben auf der A13 überblickt. Hinter den überhohen Glasflächen und den schrägen Linien arbeiten seit Frühling 2025 die rund 80 Mitarbeitenden von Wolf Storen. Über den Bürogeschossen bildet ein Eventgeschoss mit Terrasse den formal ambitionierten Abschluss. «Standard kann man immer – uns interessiert vielmehr das Aussergewöhnliche», sagt Architekt Patrick Indra von Indra + Scherrer den ikonischen Anspruch. Die Fensterplanung durch die Firma Blumer Fensterwerke war anspruchsvoll. Wegen der Nähe zur Autobahn und des oft starken Föhns im Rheintal waren hoher Schallschutz und eine hohe Windbeständigkeit gefragt. Da keine Fensteröffnung der anderen entsprach, musste jede individuell geplant, statisch berechnet und in Bezug auf Schall und Wind optimiert werden. Projektleiter Ruedi Wälle: «Gerade bei den grossformatigen Absturzverglasungen war die enge Abstimmung mit den Architekten und einem spezialisierten Metallbauer entscheidend.»


Der hohe Aufwand und Anspruch erschliessen sich dem Betrachter unmittelbar. Was man dagegen nicht direkt erkennt: Bei den verbauten Fenstern handelt es sich um Kunststofffenster mit dem Profilsystem Veka Softline 82 MD. Zu diesem Entscheid führte nicht nur das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern auch einige technische Eigenschaften. Richard Koehli, Area Sales Manager Switzerland bei Veka, wundert sich über die Vorurteile gegenüber billigen weissen Kunststofffenstern: «Angesichts des hohen Anteils an Kunststoff in Häusern – von der Haustechnik über Dämmungen bis zu Bodenbelägen – ist die emotionale Reaktion auf Kunststofffenster erstaunlich.» Er stellt klar: «Heute handelt es sich bei Kunststofffenstern um hochentwickelte, langlebige Fenstersysteme mit hervorragenden technischen und isothermischen Eigenschaften, hoher Designvielfalt und exzellenter Recyclingfähigkeit.»
Konkret verfügen die in Sennwald verbauten Fenster über drei Dichtungsebenen, einen 28 Millimeter tiefen Glaseinstand und eine Mehrkammergeometrie. Das hält Lärm, Kälte, Feuchtigkeit und Zugluft ab und erreicht mitsamt Verglasung einen U-Wert von 0,4 W/m2K. Schon 1993 hat das Familienunternehmen Veka mit heute 6700 Mitarbeitenden eine eigene Umwelttechniksparte gegründet, um Produktionsreste und Altfenster aus PVC zu rezyklieren. Heute ist der Kreislauf vollständig geschlossen – von der Rücknahme über die Sortierung und die Wiederverwertung bis zum neu erstellten Profilsystem.

Gestalterisch gibt es zahllose Optionen. In Sennwald entschied man sich nicht für eine der rund 50 Dekorfolien, sondern – passend zur scharfkantigen Geometrie – für Aluminium-Vorsatzblenden in mattem Grau. Diese werden via Clip-Mechanismus dauerhaft befestigt und sind in sämtlichen RAL-Farben, eloxiert und pulverbeschichtet erhältlich. Innen fiel der Entscheid auf die lackveredelte Oberfläche Veka Spectral in mattem Schwarz. Die samtig wirkende Oberfläche ist staubabweisend und leicht zu reinigen, gehärtet und abriebfest.
Ob das Bürogebäude seinem Anspruch als Architekturikone über Jahrzehnte standhält, ob es liebgewonnen und saniert wird oder nicht: An den robusten Kunststofffenstern wird es nicht scheitern. Und falls das Haus doch einst abgerissen wird, lassen sich neue Fensterprofile daraus produzieren – in beinahe jeder Form, Farbe und Oberflächenstruktur. Architekt Patrick Indra findet: «Hut ab vor Kunststofffenstern. Sie können heute deutlich mehr, als viele denken.»
Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen und Institutionen des Werkplatzes Schweiz.
Neubau Bürogebäude, 2025
Simon Frick-Strasse, Sennwald SG
Bauherrschaft: Wolf Storen, Sennwald
Architektur: Indra + Scherrer, Schaan
Produkt: Profilsystem Veka Softline 82 MD. Aussen mit Aluminium-Vorsatzblende, Farbe Meteorite, matt. Innen mit Veka-Spectral, Farbe Graphitschwarz, ultramatt
Fensterbauer: Blumer Fensterwerke, Waldstatt
Veka AG
Kontakt Schweiz
+41 52 335 05 77
rkoehli@veka.com
www.veka.ch