Ein begrünter Innenhof in der Mitte bringt Licht in das Gebäude. Fotos: Damian Poffet
Im Auftrag von Forster Profilsysteme

Sicherheit mit Stahl und Glas

Der Hauptsitz des Waadtländer Versicherers für Feuer und Elementarschäden in Lausanne vereint fünf Notrufzentralen. Hocheffiziente Fassaden und Brandschutzsysteme sorgen für Transparenz und Sicherheit.

Das Sicherheitsbedürfnis moderner Gesellschaften steigt mit dem Wohlstand, davon können Architektinnen und Architekten ein Lied singen, wenn sie sich über Brandschutz und Normen den Kopf zerbrechen. Mehr zu tun haben auch Einrichtungen wie die ECA im Kanton Waadt, kurz für: Établissement cantonal d’assurance incendie et éléments naturels. Der neue Hauptsitz des Versicherungsträgers für Feuer und Elementarschäden in Lausanne ist ganz auf Sicherheit ausgelegt – von der Konstruktion bis zur Nutzung.


Die versetzten Trapezgläser in der Fassade sind wie Textilien miteinander verwoben.

Der Neubau im Norden der Stadt, in der Nähe des Flugplatzes Blécherette, versammelt diverse Nutzungen, die zuvor auf mehrere Orte verteilt waren. Dazu gehören Büro und Verwaltungsbereiche der ECA sowie Ausbildungs, Konferenz und Ausstellungsräume. Im Gebäude finden sich gleich mehrere zentrale Notrufstellen des Kantos: Polizei, Feuerwehr, Ambulanz, die Verkehrsleitstelle der Agglomeration LausanneMorges und weitere städtische und kantonale Infrastruktureinrichtungen für Sicherheit oder Zivilschutz. Wie setzt man ein derart sicherheitsrelevantes Raumprogramm in Architektur um? Nicht mit einer Trutzburg, entschied das Büro Architram, das 2014 den Wettbewerb für den Neubau gewann und aus dem benachbarten Renens stammt. Stattdessen haben die Architekten ein Glashaus entworfen, das auf Transparenz setzt – von der Fassade über die Trennwand bis zu Brüstungen und Türen.


Eine grosse Rampe führt als ‹promenade architecturale› in die erste Etage.

Die Fassaden und Brandschutzsysteme von Forster Profilsysteme sorgen dafür, dass die Sicherheit dennoch gewährleistet ist und die Architektinnen gestalterisch flexibel bleiben können. Die Firma aus Arbon ist spezialisiert auf sichere und energieeffiziente Lösungen aus Stahl und Edelstahl – für Türen, Fenster und Fassaden, in der Schweiz entwickelt und produziert. In Lausanne übernehmen die Stahlprofilsysteme diverse statische, thermische und schützende Funktionen. Architram hat die plane Fassade im Sockel und in den Obergeschossen aufgelöst mit versetzten Trapezgläsern, die wie Textilien miteinander verwoben sind. Die Konstruktion lockert die ansonsten glatte Haut auf und kaschiert die Rafflamellenstoren, die das Glashaus vor Sonnenbestrahlung schützen. Die Fassadenflächen sind als PfostenRiegelFassade mit ‹Thermfix Vario› ausgeführt. Das Vorhangfassadensystem gewährleistet Brandschutz, Rauchabzug, Einbruchschutz und Durchschusshemmung.

Eine grosse Rampe führt als ‹promenade architecturale› in die erste, öffentlich zugängliche Etage. Hier finden sich Empfang, Restaurant, Ausbildungsräume und Ausstellungsbereiche, die Präventionsmassnahmen gegen Feuer und andere Gefahren anschaulich machen. Insgesamt bietet das Gebäude Platz für 280 Mitarbeitende. Die Funktionen sind ringförmig um einen zentralen begrünten Innenhof angeordnet. Im Kern befindet sich die Notrufzentrale für maximale Abschirmung. Die Ausführung erfolgte mit Fassaden, Verglasungs und Türelementen von Forster Profilsysteme. Die inneren Fassadenflächen sind mit dem Produkt ‹Fuego Light› verkleidet, mit dem auch die Brandschutztüren konstruiert sind. «Die Herausforderung war, die hohen Sicherheitsanforderungen mit den feinen Metallarbeiten zu verbinden», sagt Eric Ingignoli, Projektverantwortlicher bei Forster.


Die Architekten haben von der Fassade bis zu den Türen auf Transparenz gesetzt.

Der Vorteil von Glas und Stahl ist ihre Langlebigkeit. «Wir testen alle unsere Türen mit dem höchsten Grad an Öffnungszyklen gemäss Norm EN 12400 bei einer Million Öffnungen unter Volllast», sagt Eric Ingignoli. «Ausserdem werden ForsterRahmen und Flügel im Gegensatz zu anderen Materialien geschweisst, was eine hohe Widerstandsfähigkeit und Dauerhaftigkeit garantiert.» Die Profile lassen sich zu 100 Prozent rezyklieren. Und die Konstruktionen vereinen in einem Element diverse Sicherheitsfunktionen, ohne die heute kein Gebäude mehr auskommt, geschweige denn eine Notrufzentrale.

close

Kommentare

Kommentar schreiben