Die Projektion verkürzt das Warten. (Foto: Zeljko Gataric)
Im Auftrag von Aroma

New Work in Altdorf

Die Zürcher Kreativagentur Aroma hat für die Kantonalbank und das Kantonsspital die ganze Bandbreite zeitgenössischer Büroausstattung nach Uri gebracht.

Altdorf ist zwar untrennbar mit Wilhelm Tell verbunden, die Realität hat jedoch wenig mit einer konservativen Stadt zwischen Bergen zu tun. 10 000 Menschen wohnen hier, der Gemeindepräsident gehört einer linken Partei an und seit der Eröffnung des neuen Gotthardtunnels gibts ab dem Kantonsbahnhof Direktverbindungen nach Basel, Zürich, Lugano und Locarno. Die Verdichtung des Bahnhofsgebiets wurde gleich mitgeplant: Drei fünf- bis siebenstöckige Neubauten schaffen städtische Dichten; weitere werden folgen. Nun haben zwei öffentliche Auftraggeber ihre Büroflächen zeitgenössisch planen lassen. Das neue Dienstleistungsgebäude am Bahnhofplatz 1 dient unter anderem als Hauptsitz der Urner Kantonalbank (UKB). Die Architektur wurde von Buchner Bründler entworfen, das Innenraumkonzept stammt von der Zürcher Kreativagentur Aroma.


Der schlichte Mitarbeitendeneingang der UKB (Foto: Zeljko Gataric)


Im Erdgeschoss befindet sich die 24-Stunden-Zone mit Bankomaten, im ersten Geschoss die Besprechungszone für die Kundschaft und darüber die Arbeitsplätze. Die Innenräume wirken durch ihre Ausstattung mit viel Holz und Pflanzen hochwertig, ohne protzig zu sein. Aroma hat versucht, den Kanton Uri über visuelle Elemente abzubilden. Im Empfangsbereich bildet ein Wandrelief die Urner Berge ab und eine Tageslichtprojektion zeigt den lokalen Himmel. Um das Warten zu verkürzen, erzählt die Projektion Geschichten zu den Kernthemen der UKB. Die Sitzungszimmer sind nach lokalen Gipfeln benannt und mit den entsprechenden Fotografien versehen. Offene Bürobereiche, Telefon- und Sitzungsboxen sowie grosse Sitzungs- und Präsentationszimmer schaffen unterschiedliche Arbeitszonen; Ruhe- und Pausenräume sorgen für Erholung.


Ein Pausenraum darf nicht fehlen. (Foto: Zeljko Gataric)

Die Projektion verkürzt das Warten. (Foto: Zeljko Gataric)

Nur knapp 500 Meter entfernt, am Rand des historischen Kerns, steht der Neubau des Kantonsspitals Uri. Auch hier hat Aroma die Arbeitsumgebung gestaltet. Die Aufgabe: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen fördern – mit einer offenen Bürostruktur. Die Funktionsbereiche sind auf verschiedenen Geschossen angesiedelt, die funktional und gestalterisch verbunden werden. Illustrierte Tapeten – im zweiten Geschoss mit Wurzeln, im dritten Geschoss darüber mit Pflanzen und Blüten – erinnern an die Verbundenheit der Bereiche; eine Wendeltreppe und Gemeinschaftsräume machen den Austausch physisch möglich. Die Büroräume wirken frisch und heimelig, die offenen Flächen werden durch Pflanzen, Regale sowie Sitzungszimmer gegliedert und optisch verkleinert.


Nischen bieten Rückzug. (Foto: Valentin Luthiger)

 

Treppe und Tapeten verbinden oben und unten. (Foto: Valentin Luthiger)

Möblierte Foyers, Pausenräume mit Töggelikasten, Fokusecken und -zimmer, Ruheräume und eine grosse Kommunikationszone decken auch hier alltägliche Bedürfnisse ab. Am Arbeitsplatz wird eben nicht nur gearbeitet, sondern auch Pause gemacht, von Privatem erzählt, Mittag gegessen, vielleicht gar Sport getrieben.

Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen und Institutionen des Werkplatzes Schweiz.

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