Komplexe Schlichtheit
Die Villa Orchid in Weggis lebt von den Ausblicken in Garten und Landschaft. Fenster und Schiebetüren gestalten den Übergang von innen nach aussen bewusst.
Die Schweiz – ein Land der Aussichten auf Berge und Seen, aber auch ein Land der Terrassenhäuser. Die Aussicht hat Architekturen hervorgebracht, deren einzige Qualität der unverstellte Ausblick ist. Anders die Villa Orchid am Vierwaldstättersee, entworfen vom Büro Steinmann Architekten. Der Name des Gebäudes bezieht sich auf die wilden Orchideen, die auf dem Grundstück wachsen. Das leicht verschachtelte Volumen ist sorgfältig im Hang platziert. Nur in der Mitte zweistöckig, flacht es rechts und links ab und fügt sich so in das Terrain. «Das Zusammenspiel von Architektur und Landschaft war die Grundlage unseres Entwurfs», sagt Architekt Peter Steinmann.
Die talseitige Arkade verstärkt die horizontale Wirkung des Gebäudes. Die Fenster und Hebeschiebetüren aus naturbelassener, lasierter Eiche strukturieren die Ausblicke in die Landschaft und in den Garten bewusst. Je nach Raum und Ausblick sind die Fenster unterschiedlich gestaltet. Entsprechend ist jedes Fenster Massarbeit. «Wir konnten viele einmalige Details einbauen, nichts ist ab Stange», sagt Matthias Huber, COO der zuständigen Firma Huber Fenster. Die schlichten Fenster- und Türrahmen lassen kaum vermuten, dass sich darin viel Technik verbirgt. Matthias Huber erklärt: «Die Einfachheit der Fenster täuscht über die Komplexität hinweg: Wir haben alles technisch Notwendige in den Rahmen integriert.» Die Rahmen nehmen nicht nur das dreifache Isolierglas auf, sondern auch die Beschläge, die vollständig verdeckt sind. In allen Fenstern sind Alarmkontakte und Einbruchschutz eingelassen, und in den Badezimmerfenstern wurden die Öffnungsmotoren verdeckt verbaut. In die Rahmen der Schiebetüren wiederum sind Plissees eingearbeitet, die bei Bedarf als Insektenschutz ausziehbar sind.
Horizontal und vertikal unterteilt, gestalten die Fenster den Übergang von innen nach aussen. Sind sie geöffnet, verschwinden die Türen teilweise in der Wand und verbinden Innen- und Aussenraum schwellenlos. Doch anstatt die Räume ineinander verfliessen zu lassen, rahmen die Öffnungen die Landschaft zu Bildern. «Auf Wunsch der Bauträger haben wir uns ernsthaft mit den Sprossen in den Fenstern auseinandergesetzt», sagt Peter Steinmann. «Heute unüblich, sind sie ein wichtiger Bestandteil der Architektur geworden.»
Die Fenster in Eiche harmonieren mit den Eichendielen, und die Metallelemente, die sichtbar bleiben, sind farblich abgestimmt. Die Profile sind im passenden Farbton beschichtet, die Messinggriffe brüniert. Die Rosetten, von Huber Fenster exklusiv für dieses Projekt entwickelt, sind in das Flügelprofil eingelassen und haben ein sehr kleines Griffschild. So wirken sie elegant und hochwertig. «Die hohen Ansprüche der Bauträger haben wir mit vielen filigranen Arbeiten umgesetzt. Hinter der schlichten Eleganz steckt unser bestes Handwerk», so Matthias Huber.
Die in die Villa Orchid geflossene Erfahrung stammt aus fünf Generationen, die das Familienunternehmen Huber Fenster seit 1883 geführt haben. «Wir möchten auf die speziellen Anforderungen unserer Kundschaft eingehen können», betont Matthias Huber. Er führt die Firma heute gemeinsam mit seinen beiden Brüdern. Die Zusammenarbeit mit den Architekturbüros sei dabei essenziell. «Unsere technische Erfahrung macht es möglich, die hohen Ansprüche der Architektinnen, Planer und Bauträger umzusetzen.» Die Villa Orchid am Vierwaldstättersee ist ein perfektes Beispiel dafür.
Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen und Institutionen des Werkplatzes Schweiz.
Villa Orchid, 2024
Luzern
Bauherrschaft: privat
Architektur: Steinmann, Ebikon
Landschaftsarchitektur: Enea, Rapperswil-Jona
Fenster und Hebeschiebetüren: Huber Fenster, Herisau
Huber Fenster AG
St. Gallerstrasse 57
9100 Herisau AR
+ 41 71 354 88 11
info@huberfenster.ch
www.huberfenster.ch