Der neu gestaltete Gastraum bietet eine behagliche Atmosphäre für Gäste und Mitarbeitende. Fotos: Dobas (Manuel Hartmann)
Im Auftrag von DOBAS AG

Gemeinsam Eintauchen

Die Gestaltung des integrativen Restaurants Rhyvage schafft ein stimmungsvolles Ambiente für die Gäste und sorgt sich um die Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden mit Beeinträchtigungen.

Mitte Oktober hat das neu gestaltete Restaurant Rhyvage im Breitequartier am Rhein in Basel seine Türen geöffnet. Seit 2022 begleitet das Innenarchitekturbüro ‹Dobas - Interior Creation and Realisation› den Umbau der Restauration im ‹DASBREITEHOTEL› der Stiftung Weizenkorn. Das integrative Haus bietet rund vierzig begleitete Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen.

«Wir wollten einen Raum schaffen, in dem sich alle sicher fühlen und selbstverständlich bewegen können», sagt die Innenarchitektin Verena Zaugg. So wurde der Grundriss gezielt auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden mit Handicaps abgestimmt. Das führte zu einer klaren Wegeführung, ausreichend Bewegungsraum zum Servieren, angepasster Möblierung und einer umfassenden Ausleuchtung. Besonders wichtig war in diesem Zusammenhang dem Innenarchitekturbüro eine gute Akustik. Der zuvor hallende Raum wurde mit Holzwolleplatten verkleidet und mit einer neuartigen Akustiktapete ergänzt. Wichtig war den Gestalterinnen auch die Konzeption von unterschiedlichen Zonierungen und Rückzugsorten. Hierfür dienen beispielsweise Vorhänge an der grossen Glasfront. Diese schützen vor Sonneneinstrahlung und geben den Mitarbeitenden die Möglichkeit sich den äusseren Eindrücken und der unübersichtlichen Verkehrssituation der Schwarzwaldbrücke entziehen, während sie den Gastraum vorbereiten.
 

Die Querseite der Bar dient auch als Rezeption für die Hotelgäste.

Die Vorhänge helfen dabei, Rückzugsorte zu schaffen.

Durch den Umbau hat sich einiges verändert: Der Barbereich dient nun den Hotelgästen zugleich als Rezeption. Das Restaurant verfügt neu über eine grosszügige Küche, die mit einem vielseitigen gastronomischen Angebot bis zu 64 Personen versorgt. Auch an die jüngsten Gäste wurde gedacht. In der Kinderecke wurde eine Strassenkarte mit den Hauptstrassen rund um das Hotel für Spielzeugautos in einen Kinderspieltisch eingelassen. Die zugehörigen Holzautos sind aus der Spielzeugkollektion der Stiftung Weizenkorn. Und auch weitere massgefertigte Einbauten stammen aus der Schreinerei der Stiftung.

Mit vielen Details sucht das Restaurant immer wieder Verbindungen zum Rhein und dem Element Wasser. Hierbei stützt sich Dobas auf das Branding-Konzept der Agentur Comm-unity Creative Collective. Verena Zaugg empfiehlt potenziellen Auftraggeberinnen sich möglichst frühzeitig über das Branding Gedanken zu machen. So kann die Innenarchitektur Aspekte des Brandings, wie Farben oder den Namen des Restaurants, aufnehmen und in ein stimmiges Gesamtkonzept überführen.
 

In der Spielnische können Kinder mit Autos das Quartier abfahren.

Viele Details nehmen Bezug auf die Nähe zum Rhein.

«Wir haben bewusst Materialien gewählt, die natürlich und handwerklich gefertigt sind, und sich mit der Zeit durch Gebrauchsspuren verändern», sagt Zaugg. Der bestehende Gussboden wurde aufgefrischt und ergänzt. Die Wände werden durch einen Kalkputz mit einer horizontaler Besenstruktur und Tapeten horizontal gegliedert. Auch das Farbkonzept und die bildhaften Motive folgen dem Farb- und Formenspiel des Rheins. Der tiefblaue Eingangsbereich symbolisiert das Eintauchen in das Wasser und in die Welt der Gastfreundschaft. Hellblaue Fliesen setzen mit glänzenden Oberflächen Akzente und bringen Leichtigkeit in den Innenraum. Natürliche Farbnuancen und die Akustiktapete mit dem Motiv von Schilfrohrhalmen prägen den Gastraum.

Das Restaurant nimmt nicht nur durch seine Sichtbezüge eine Beziehung zum Quartier auf, sondern auch durch einem grossformatigen Schwarzplan im Eingangsbereich. Die magnetische Karte soll Gäste und Mitarbeitende motivieren ihre Lieblingsorte im Quartier zu markieren. Das Hotel stellt einen Polaroiddrucker zur Verfügung. Die Gäste können ihre aufgenommen Bilder an der Rezeption drucken und direkt an die Karte pinnen. Unter dem Motto «Live Like a Local» wird so die Identität des Quartiers und auch der Austausch zwischen Gästen Mitarbeitenden gestärkt.
 

Der magnetische Stadtplan wartet auf Quartierfotos der Gäste.

Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen und Institutionen des Werkplatzes Schweiz.

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