Die Konstruktion aus Holz trägt die Hightechhülle. Fotos: Novartis, Basel | Rasmus Hjortshøj
Im Auftrag von ERNE AG Holzbau

Ein Lichtring aus Holz

Der ringförmige ‹Novartis Pavillon› in Basel überzeugt mit seiner Hightechfassade und einem Tragwerk aus Holz. Die Vorfertigung der Holzelemente ermöglichte die notwendige Präzision.

Fast 50 Meter Durchmesser hat der ‹Novartis Pavillon› im Park auf dem Campus des Pharmaunternehmens in Basel. Das ringförmige Gebäude beherbergt ein Café, einen Veranstaltungsraum, das ‹SchoolLab› und die multimediale Dauerausstellung ‹Wonders of Medicine› im Obergeschoss. Seine Fassade mit den 10 000 rautenförmigen Photovoltaikelementen und 30 000 darin verbauten LEDs verwandelt den Bau abends in ein leuchtendes Kunstwerk und ist Basler Stadtgespräch. Der Pavillon ist aber auch das erste Gebäude auf dem Campus mit einem Tragwerk aus Holz. Die Konstruktion ist in Hybridbauweise ausgeführt und trägt die Hightechhülle. Für die Struktur und den Innenausbau zeichnete die Firma Erne Holzbau verantwortlich. Praktisch alle Holzelemente und -verkleidungen wurden in den eigenen Produktionshallen im aargauischen Stein hergestellt und komplett vorgefertigt auf die Baustelle geliefert. Insgesamt 40 Pfosten-Riegel-Elemente wurden per Lastwagen nach Basel gebracht und in Abständen von maximal fünf Millimetern mit einem Kran montiert. «Die Vorfertigung ist ein wesentlicher Faktor für die Einhaltung von Terminen und Kosten», sagt Markus Weiersmüller, leitender Projektentwickler bei Erne. Die Bauelemente ermöglichten sowohl die aussergewöhnliche Form als auch die notwendige Präzision. «Im ganzen Gebäude gibt es keine gerade Fläche», führt Weiersmüller aus. Für Abweichungen, die auf der Baustelle zu Verzögerungen führen, gab es keinen Spielraum.

Die Präzisionsarbeit im Innenraum wurde vor Ort ausgeführt.

Abends verwandelt sich der Bau in ein leuchtendes Kunstwerk.

Die Fassade im Erdgeschoss besteht aus sechs Meter langen und fast vier Meter hohen Elementen mit bereits eingebauten, präzise gefertigten und lackierten Fenstern. Dank ihnen und den weiss lasierten Elementen aus Tannenholz im Innern wirken die Räume des Pavillons hell und freundlich. Um im Ausstellungsraum eine ruhige Atmosphäre zu schaffen, wurden die Platten der Verkleidung grossflächig geschlitzt und mit einem Vlies hinterlegt. Das schluckt den Schall und vermittelt ein Gefühl der Stille.

«Der Charme des runden Gebäudes widerspiegelt sich bis ins kleinste Detail in den Wandverkleidungen und Möbeln», freut sich André Lüttin, Projektleiter Schreinerei bei Erne. Das gilt auch für die Handläufe der Treppen zwischen Erd- und Obergeschoss. Sie sind aus massivem Eichenholz gefertigt und weder rund noch gerade, sondern mit einem Knick in der Mitte ausgeführt. Das erforderte Präzisionsarbeit vor Ort mit ungewöhnlichen und aufwendigen Schnitten, um die einzelnen Abschnitte zu verbinden. Die sichtbare Innenverkleidung der Dachelemente ist gerundet. Um sie zu wölben, setzte man bei Erne eine formgebende Presse ein.

Die Ausstellung ‹Wonders of Medicine› im Innern des Pavillons

Der ‹School Hub› im Parterre ist Teil des ausgeweiteten Schullabors.

Holztragwerk, Fassaden, Innenausbau, Fenster und Türen stammen beim ‹Novartis Pavillon› aus einer Hand. Das sorgte für entscheidende Synergien, wodurch Schnittstellen reduziert, die Effizienz gesteigert und eine individuelle Lösung realisiert werden konnte. Auf diese Weise entstand ein Gebäude, das technische Präzision, eine nachhaltige Bauweise und eine überraschende architektonische Erscheinung miteinander verbindet. 

Der Pavillon ist das erste Gebäude auf dem Novartis-Campus mit einem Tragwerk aus Holz.

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