Der Pendelhocker ‹Stand-up› und mobile Stehtische auf Basis des ‹Timetable Shift›. Fotos: Anna-Tina Eberhard
Im Auftrag von Wilkhahn

Von der Garage zur Wissensplattform

Die Universität St.Gallen hat für ihre Studierenden neue Lernarbeitsplätze eingerichtet. Dank mobiler Möbel von Wilkhahn ist der Co-Working-Space flexibel nutzbar.

Viele Arbeitsplätze sind im Wandel. Digitale Nomaden, Selbstständige oder kleinere Start-ups arbeiten je länger, je weniger allein im stillen Kämmerchen, sondern teilen sich Sitzungszimmer, Drucker und Kaffeemaschine lieber in einem offenen Gemeinschaftsbüro. Dabei profitieren sie nicht nur von der gemeinsamen Infrastruktur, sondern auch vom Know-how der anderen. Weil die Universität St. Gallen unter einem chronischen Mangel an Lernarbeitsplätzen leidet – vor allem vor den Prüfungen –, und auch weil die Hochschule mehr Anschluss an die Stadt sucht, hat ihre Studentenschaft in einem ehemaligen Industrieraum am Rand der Altstadt einen neuen Lern- und Arbeitsbereich eingerichtet. ‹TheCO› ist als Co-Working-Space, als Raum der Begegnung und des Austauschs konzipiert. Hier bereiten Studierende sich auf Prüfungen vor, hier teilen sie mit Promovierenden und Mitarbeitenden der Universität Raum und Tisch, Ideen und Wissen. Auch alle Alumni haben Zugang zu ‹theCO›.
 

Die Alumni Lounge ist mehr Wohnzimmer als Arbeitsplatz; hier mit der Polsterbank ‹Insit›.

Ein offenes Layout und flexibel nutzbare Flächen sind auf den 700 Quadratmetern Programm. Denn Co-Working-Spaces zeichnen sich durch die Mehrfachnutzung der einzelnen Bereiche und durch Durchlässigkeit aus. Anstelle von Wänden sind in St. Gallen etwa Vorhänge montiert, die je nach Bedarf verschiedene Settings visuell und akustisch voneinander abgrenzen. Die schwere Eisenbeton-Struktur des Gebäudes mit ihren weiten Stützenabständen und den hohen Decken bot gute Voraussetzungen für diese Freiheit in der Einrichtung. Das Haus wurde 1955 als Central-Garage nach den Plänen des Architekten Ernest Brantschen gebaut. Die offene Gebäudestruktur erlaubte die Umnutzung der Werkstatt in einen Wissensbetrieb.
 

Stuhl ‹Occo› am Falttisch ‹Confair›.

Flexibilität war auch im Hinblick auf die Möblierung eine zentrale Anforderung. Die Tische, Stühle und Hocker sollten mobil, wandelbar und miteinander kombinierbar sein. Zum Einsatz kamen vor allem Möbel aus dem Sortiment von Wilkhahn: der Falttisch ‹Confair› sowie mobile Stehtische auf Basis des ‹Timetable Shift›. Während der ‹Confair› sich als Einzelarbeitsplatz oder in Konfiguration mit weiteren Falttischen auch für Seminare eignet, bietet sich der ‹Timetable Shift› für Meetings oder Einzelarbeiten im Stehen an. Beide Entwürfe des Produktdesigners Andreas Störiko sind mit Rädern ausgestattet und können im Nu zusammengefaltet und weggerollt werden, etwa wenn für Vorträge oder Apéros die Flächen geräumt werden. Für Konferenzen lassen sich die Falttische zu einer Tischanlage verketten. Dann kommt der leichte Mehrzweckstuhl ‹Aula› von Wolfgang C. R. Mezger zum Einsatz: Er ist im Handumdrehen in Reihen aufgebaut und nach der Veranstaltung schnell wieder weggestapelt. So geht Flexibilität.
 

Der Mehrzweckstuhl ‹Aula› ist stapelbar.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten waren auch bei der Wahl der weiteren Bestuhlung ausschlaggebend. Der Universalstuhl ‹Occo›, den Markus Jehs und Jürgen Laub gestaltet haben, bietet durch seine besondere Geometrie der Aussparung in der Rücken- und Seitenpartie einen hohen Sitzkomfort und ist in der vierbeinigen Version auch stapelbar. St. Gallen hat sich für ‹theCO› für die Ausführung mit Rollen entschieden, weil diese Variante mobiler und spontaner einsetzbar ist. Noch mehr Bewegung in den Studienalltag bringen einbeinige, höhenverstellbare Hocker. Wer auf ihnen sitzt, entlastet nicht nur die Wirbelsäule. Der kontinuierliche Wechsel der Sitzposition regt auch den Gleichgewichtssinn und damit das Hirn an. Im ‹theCO› kommen zwei Modelle von Wilkhahn zum Einsatz: der ‹Stitz2›, der Klassiker unter den Stehhilfen von Hans Roericht von 1992, sowie der spielerische Pendelhocker ‹Stand-up› des Gestalters Thorsten Franck in Grün und Blau. Beide sind multifunktional und besonders agil einsetzbar.
 

Layout Arbeitsbereiche im ‹theCO›.

Entscheidend beim Co-Working ist neben der Möblierung auch die Community: Es braucht Gastgeber, die die Menschen zusammenbringen – in diesem Fall die Studierenden, die ‹theCO› betreiben. Und es braucht Orte für das informelle und spontane Zusammensein, etwa die Alumni Lounge, die mehr Wohnzimmer als Arbeitsplatz ist, oder einen Garten, in dem die Studierenden durchatmen und frische Minze für ihren Tee ernten können. Und natürlich braucht es eine gute Kaffeemaschine. Für die hat die gastronomische Initiative der Studentenschaft gesorgt.

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