Projekt für das künftige Traffic Center in Seoul, beleuchtet mit der Heliobus-Technik.
In Zusammenarbeit mit Heliobus AG

Tageslicht im hintersten Winkel

Trotz neuester Kunstlichttechnologie gibt es nach wie vor viele Räume, denen ohne Tageslicht die Behaglichkeit fehlt. Die Heliobus-Technik aus St.Gallen schafft Abhilfe.

Tageslicht ist zwar ein unerschöpfliches, in urbanen Gebieten aber ein rares Gut. Wer im Untergrund arbeitet kennt das erleichternde Gefühl, nach Stunden im Kunstlicht wieder nach draussen treten zu können. Auch die Medizin hat längst nachgewiesen, dass natürliches Licht psychologisch viel intensiver wirkt als Kunstlicht.

Aufgrund dieser Erkenntnis sucht das St.Galler Unternehmen Heliobus seit 1999 nach Lösungen, wie sich Tageslicht dorthin bringen lässt, wo es gewünscht wird: in dunkle Räume oder in Untergeschosse. Die Notwendigkeit solcher Lichtquellen wird mit dem verdichteten Bauen immer grösser. Häufig stehen Architekten und Planer vor der Herausforderung, «gefangene» Räume natürlich auszuleuchten, oft wird damit eine wirtschaftlichere Raumnutzung möglich. Spiegelschächte und «Lightpipes» können deshalb mithelfen, dass traditionelle Lichthöfe kleiner dimensioniert werden können oder dass sie gar unnötig werden.

Hotel Gaia in Basel: Tageslicht im Wellnessbereich im Untergeschoss.

Verspiegelte Schächte

Die Lösung für den Lichttransport findet sich in verspiegelten Schächten, Kanälen oder Röhren. Die Lösungen vereinen technische, architektonische und künstlerische Aspekte. «Pro Jahr planen und bauen wir inzwischen mehrere hundert Lichtschächte», erklärt Firmengründer Rudolf Signer. Diese können vertikal oder horizontal angeordnet werden. Die horizontal angeordneten Schächte sind mit Panzerglas abgedeckt und begehbar. Ein Lüftungsrahmen sorgt für die nötige Luftzirkulation. Aus den so belichteten Räumen – etwa in einem Untergeschoss – ergibt sich, dank des verspiegelten Schachtes, ein Blickkontakt zur Aussenwelt, auf Himmel, Wolken und Pflanzen. Auslenkmodule, die auch seriell angebracht werden können, leiten das Licht wenn nötig genau dort hin, wo es gewünscht wird. So kann die Lichtmenge und die Lichtqualität beeinflusst werden. Durch die Wahl unterschiedlicher Diffusoren ist es sogar möglich, Sonnenstrahlen an Wände und Decken zu zaubern.

Die «Lightpipes» bringen Tageslicht in den Untergrund des Berliner Bahnhofs am Potsdamer Platz.

Besonders überrascht über die Wirkung war Firmenchef Rudolf Signer kürzlich von einem Projekt das sein Unternehmen in Basel realisieren konnte: Die Wellnessanlage im Basler Hotels Gaia – früher Hotel St.Gotthard – ist in einem siebzig Quadratmeter grossen, früheren Lagerraum eingebaut worden. Dank dem Heliobus-System ist der Raum nun angenehm natürlich belichtet. 

Projekt für das künftige Traffic Center in Seoul, beleuchtet mit der Heliobus-Technik.

Zusammenarbeit mit Architekten

Heliobus beschränkt sich nicht auf technisch entwickelte Lösungen. Oft ist das Unternehmen an Architekturwettbewerben beteiligt. Einer der jüngsten, spektakulären Erfolge ist der Zuschlag für das geplante «Traffic Center» in Seoul. Dort entsteht ein riesiger unterirdischer Verkehrsknotenpunkt. Eine zehn Meter hohe und zehn Meter breite unterirdische Passage wird dort mit fünfzig «Lighttubes» von Heliobus belichtet. Wie das funktioniert, kann man unter anderem am Berliner Bahnhof am Potsdamer Platz erleben. Die markanten aber dennoch leicht wirkenden Glaslichtsäulen überragen die Bahnhofsdächer und stellen eine visuelle Verbindung zwischen der urbanen Oberfläche und dem Untergrund her. 

Solche «Lighttubes» oder «Lightpipes» werden in der Regel über Dach montiert. Die Rohre funktionieren als Hohllichtleiter und transportieren das Licht über viele Meter verlustfrei. Die Rohrenden sind oben mit drehbaren Spiegeln ausgerüstet, sogenannten Heliostaten, die sich dem Sonnenstand anpassen. «Lightpipes» funktionieren bei direkter Sonneneinstrahlung besonders gut. Bei bedecktem Himmel oder nachts kann Kunstlicht zugeschaltet werden. Objektspezifisch konstruierte «Extraktoren» verteilen mittels einer Spezialfolie das Licht und geben es an die Umgebung ab. 

Heliobus plant und konfektioniert die Anlagen mit zehn Mitarbeitenden in St.Gallen. Die Grösse und die Geometrie der Spiegel und Diffusoren werden bei jedem Projekt aufgrund der konkreten Situation individuell berechnet und konstruiert. Die Lösungen sind damit so vielseitig wie die Gebäude und Orte, an denen sie zum Einsatz kommen. Das Unternehmen hat dabei immer auch einen hohen ästhetischen und architektonischen Anspruch und es verfügt über ein umfassendes Engineering-Know-how. «Wir sind immer ganz vorne mit dabei», ist Firmengründer Rudolf Signer stolz auf den ungebrochenen Erfolg. Heliobus-Anlagen «Made in Switzerland» gibt es inzwischen auf der halben Welt, nicht nur in den Nachbarstaaten, sondern auch in der Türkei, in Asien und in New York.

Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen und Institutionen des Werkplatzes Schweiz.

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