Prägnant zwischen Spree und Hochbahn: das Futurium in Berlin.
In Zusammenarbeit mit Jansen AG

Stadtschaufenster

Seit bald 100 Jahren entwickelt die Jansen AG Stahlprofilsysteme für den Baubereich. Für die Panoramafassade des Berliner ‹Futuriums› wurde das Trägersystem angepasst und so das Glasformat maximal ausgereizt.

Im Berliner ‹Futurium›, ein Projekt des deutschen Bundesbildungs- und -forschungs- ministeriums, sollen ab 2019 Zukunftsfragen diskutiert werden. Futuristisch mutet auch die Glasfassade an, die zu Teilen mit Profillösungen von Jansen geplant wurde. Das Bild einer Wolke, die ideenschwer im Herzen Berlins landet, habe ihnen beim Entwurf vorgeschwebt, erklären die Architekten. Zwischen Regierungsviertel und Hochbahntrasse steht der Neubau autark und als eine Art Skulptur. «Mit dem Zurücksetzen der Baufluchten wurden zudem zwei öffentliche Plätze geschaffen», erläutert Christoph Richter. «Die schmetterlingsförmige Auffaltung des Baukörpers zu städtebaulichen Hochpunkten verleiht dem Futurium die visuelle Prägnanz zwischen Spree und Hochbahn.» Im Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude soll die Welt von Morgen thematisiert werden – doch wie bildet man «Zukunftsräume» aus? Langlebig und robust, sagen die Architekten, mit einem glitzernden, leichten Kleid als Hülle.

Für die grossen Panoramafenster der oberen Ausstellungsbereiche war Jansen ab Ende 2012 im Projekt involviert. «Wir haben uns mit dem Primärstatiker des Bauherrn und unserem Statiker getroffen, damit hinsichtlich der Einwirkungen auf das Gebäude die gleiche Ausgangslage besteht und die maximalen Verformungen bekannt sind», erläutert Jansen-Berater Ansgar Mennerich. «Für die Screenfassade setzten wir das Fassadensystem VISS SG ein, bei dem – trotz der Anforderung an die Absturzsicherheit – von aussen keine sichernden Elemente zu sehen sind.» Die Fassadenflächen kommen mit einer Profilgeometrie von nur 60x150 mm aus, zwischen den Profilen liegen die Glasscheiben. Durch die hängende Fassadenkonstruktion gab es erkennbare Verformungen, die den Toleranzbereich der Konstruktion überschritten haben. «Um das zu lösen, musste ein Sonder-Bauteil zur Verankerung der Gläser gefertigt werden», so Mennerich.

Christoph Richter erklärt: «Die Statik dieser 13 x 30 Meter (Süd) bzw. 14 x 29 Meter (Nord) grossen Fassadenflächen besteht aus einem Hohlkastenträger als oberen Sturz, an dem die darunterliegende Geschossebene über Zuglamellen mit ‹aufgehängt› ist.» Für die dazwischen liegenden Screenfassaden wurde die Lastabtragung der Fassade so verändert, dass statt der Pfosten die horizontal gespannten Riegel die Windlast aufnehmen. «Mit reduzierten Profilquerschnitten und angepassten Halterungen konnten die Glasfelder vergrössert und die Fassadenansicht optimiert werden, wodurch dieser Fassadenbereich nun wie ein glattes, abgedunkeltes Display wirkt», so Richter. Auf einen zusätzlichen Sonnenschutz konnten die Planer dank der getönten Wärmeschutzverglasung verzichten. So schliessen die zwei Panoramafenster den fünfeckigen Grundriss zugleich ab und ermöglichen weite Ausblicke, gen Norden in Richtung Humboldthafen und Hamburger Bahnhof sowie nach Süden zum Spreebogenpark und zu den Regierungsgebäuden.

Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen des Werkplatzes Schweiz.

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