Sanftes, klares, präzises Licht: Sanierte Sheddachfenster am Industriebau der Georg Fischer Wavin in Subingen. Fotos: VELUX Commercial
Im Auftrag von VELUX Commercial

Sanierung eines eindrücklichen Sheddachs

Bei der Sanierung eines rund 100 Meter langen Sheddachs im Kanton Solothurn wurden über 580 Modular Skylights von Velux Commercial verbaut. Nun scheint das Licht wieder sanft und klar in die Produktionshalle.

In der weitläufigen Industriehalle im solothurnischen Subingen muss man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen – die menschlichen jedenfalls. Versteckt stehen und schaffen sie zwischen den kleinen und grossen Automationsanlagen und bedienen die Computer und Roboter. Die Firma Georg Fischer Wavin ging 1999 aus der Zusammenlegung des Versorgungsgeschäfts von Georg Fischer und der niederländischen Wavin hervor. Am Standort Subingen produzieren rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kunststoffteile für Rohrleitungssysteme, um Wasser, Gase und Chemikalien sicher zu transportieren.  

Der stattliche Bau im Industrie- und Gewerbegebiet stammt von 1969.

Präzision ist Gebot, und dafür war vor der Automation eine gute Raumausleuchtung zentral. Der eindrückliche Industriebau aus dem Jahr 1969 – brutalistisch und ehrlich – weist deshalb sechs stattliche Sheddächer auf mit Lichtbändern von rund 100 Metern Länge. Die Bauweise der 1960er Jahre bestand unter anderem aus Einfachverglasung und Faserzement. Vor kurzem entschied man sich nun für eine umfassende Sanierung, denn der Faserzement enthielt Asbest und das schöne Dach war mit der Zeit undicht geworden. Der Energieverbrauch und der Brandschutz im Gebäude waren nicht mehr tragbar. 


Rasche und unkomplizierte Montage

Als es 2019 an die Planung der Sanierung ging, war klar: Das Bauwerk und mit ihm die filigrane Dachkonstruktion sollten erhalten bleiben. BKW Energie plante die Erneuerung und deckte dabei auch die Architekturleistungen ab. Durch neue Isolierfenster, Verbundssicherheitsgläser und eine wärmegedämmte Eindeckung würde das Tragwerk künftig ein Vielfaches an Gewicht aushalten müssen. Zudem «war es ein Umbau am ‚offenen Herzen’, sprich mit offenem Dach, ohne die Produktion zu beeinträchtigen», sagt Barbara Liechti, Leiterin Baumanagement, Architektur & Infrastruktur bei der BKW Energie. Tatsächlich lief der Industriebetrieb während der sechsmonatigen Dachsanierung von Oktober 2019 bis März 2020 dauerhaft weiter. Das bedeutete, dass jedes alte Fenster noch am selben Tag durch ein neues Modul ersetzt werden musste, um das Gebäude jeweils abends wieder dicht verschliessen zu können. 

Bauherrschaft und Planerinnen entschieden sich für das modulare Lichtbandsystem Velux Modular Skylights. Deren Gestaltung machte es möglich, dass der Rhythmus der Fensterprofile sowie der festen und öffenbaren Elemente nah am alten Erscheinungsbild blieben. Zudem war die Montage schnell und effizient. Die Fenster kommen komplett vorgefertigt inklusive Verkleidung und Eindeckrahmen auf die Baustelle und werden mit Klemmen montiert, auch Silikonfugen sind keine nötig. Anweisungen auf der Verpackung und eine klar angegebene Reihenfolge sollen laut Velux den Einbau zusätzlich erleichtern. die Buchstaben, die die Einbau-Reihenfolge angeben, helfen bei der Planung des Einbaus. Da es zügig vorwärts geht, kann im Innenraum rasch wieder trocken und warm weitergearbeitet werden. 

Präzise Logistik: Über 580 Dachfenster wurden angeliefert und konnten zügig eingebaut werden.

Das Dach vor der Sanierung ...

... und nach der Sanierung.
 


Neues Verbundmaterial

Modular Skylights gibt es in mehreren Ausführungen: Als flachgeneigte Lichtbänder, als Wandmontage-Lichtband, um Abstände zwischen Gebäuden zu überdecken, als Sattellichtbänder, als zu Flächen aneinander gereihte Bänder – oder eben als klassische Sheddächer, die noch immer schönste Lösung für optimales Arbeitslicht von Norden. Das bei den Skylights eingesetzte Verbundmaterial entwickelte Velux in Zusammenarbeit mit Foster + Partners; es soll Aluminium und Stahl in Bezug auf Energieeffizienz und Zugfestigkeit übertreffen und ermöglicht gemäss Velux robuste Profile mit einer Lebensdauer von bis zu 40 Jahren. 

In Subingen waren für die sechs nach Norden ausgerichteten Lichtbänder ganze 586 Sheddach-Module inklusive Eindeckrahmen nötig. Die zuständige Firma Zaugg montierte 453 Standardmodule von 1,00 mal 1,80 Meter Grösse stehend im 90 Grad-Winkel sowie pro Lichtband 10 zu öffnende Module. Hinzu kamen einzelne feststehende Module in variierenden Breiten, um die neuen Lichtbänder dem 70-jährigen Gebäude anzupassen. Für das sechste, mit 2 Metern etwas höhere Lichtband benötigte man noch einmal 54 feste und sechs zu öffnende Module. Alle Module konnten auf die bestehenden IPE-Träger als Unterkonstruktion gesetzt werden. Zusätzlich wurde ein Leitungsnetz für eine Sprinkleranlage installiert und die neue Dachhaut aus Stahlelementen mit Steinwolle gedämmt. 

Auch wenn in Subingen nun vorwiegend Computer Teile produzieren und formen, nützt das sanierte Dach auch den 90 menschlichen Mitarbeitenden. Denn natürliches Licht trägt zum Wohlbefinden bei und führt auch zu einer höheren Produktivität. Immerhin will die Georg Fischer Wavin in Subingen gemäss eigenen Angaben zum besten Produktionswerk der Welt werden, das haben Firma und Mitarbeitende sich als gemeinsames Ziel gesetzt. Ein schöner Arbeitsplatz wird dabei bestimmt unterstützen.

Sanftes, klares, präzises Licht: Sanierte Sheddachfenster am Industriebau der Georg Fischer Wavin in Subingen.

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