Der hängende Garten über dem Bistro, dem Hauptplatz der JobCloud-Bürowelt.
Im Auftrag von Witzig The Office Company

Räume, Formen und Symbole für das digitale Unternehmen

Witzig The Office Company hat für die digital arbeitende Firma JobCloud eine bodenständige Arbeitswelt mit symbolkräftigen Requisiten gestaltet und eingerichtet.

In Zürich-Albisrieden hatte einmal die Firma Siemens ihre Fabrik. Dann gingen die Ingenieure und Arbeiter fort, aus der Industriebrache wurde ein Areal für Büros und andere Geschäfte. Für sie bauten Slik Architekten das Haus ‹Yond›, einen lichten, dreistöckigen Block aus vier Teilen mit Innenhöfen, schmalen Profilen und riesengrossen Gläsern als Fassade. Hier hat die Firma JobCloud ihren Sitz, ein gemeinsames Unternehmen von Ringier und TX Group, das das Geschäft mit dem klassischen Stelleninserat vollständig ins Internet verlegt hat. An Dutzenden Computerarbeitsplätzen bringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Stellensuchende und Stellenanbieter zusammen und übernehmen ergänzende Dienstleistungen bei der Suche nach passendem Personal.


Requisiten der Baustelle schaffen Stimmung und trennen den grossen Raum.


Die Aufgabe von Witzig The Office Company war es zunächst, für JobCloud einen geeigneten Standort zu finden. Ilona Schönle von Witzig: «Ziel war es, mit einem fein abgestimmten Auftritt das Tun und die Identität des Unternehmens JobCloud zu visualisieren und zu inszenieren. Im Fokus standen dabei die Mitarbeitenden und die Stärkung ihres Zugehörigkeitsgefühls.» Kreativplaner Thomas Meister von Witzig und Innenarchitekt Thomas Scheurer vom Atelier Raumtextur hatten bei ihrem Entwurf eine räumliche und eine soziale Eigenart zu beachten.


Blau für die Gesundheit: Jede Themenwelt hat in den Bildtapeten und auf dem Teppich ihre eigene Farbe.


Die räumliche Bedingung des Bürohauses ‹Yond› sind die 5,5 Meter hohen Räume. Sie werden in die Fläche und in die Höhe genutzt: Über der Fläche stehen auf markanten Holzpfosten und -balken über Treppen erschlossene Galerien. Wie Quartiere einer Stadt sind die Arbeitsplätze in den Hallen gruppiert – auf der Fläche und auf den Galerien. Verbunden sind sie mit kleinen und grösseren Plätzen, Nischen, Höfen und Wegen. Auf den grossen Plätzen finden sich im JobCloud-Dorf Ansammlungen von persönlichen Arbeitsplätzen, das Restaurant, das Atrium für grosse Versammlungen oder auch die Velowerkstatt samt Duschen – die Firma fördert das sportliche und das alltägliche Velofahren der ihren. Auf kleineren Plätzen und in Höfen gibt es Orte mit bequemen Sesseln zum Ausruhen und Besprechen. In offenen und geschlossenen Nischen sind zahlreiche Sitzungszimmer unterschiedlicher Grösse untergebracht. Alles ist in einem fliessenden Grundriss miteinander verbunden. Was an Strom- und Sanitärinstallationen nötig ist, wird über offene Trassen geführt. Die sorgfältig gelöste «Ästhetik der Installation» gibt der Computerwelt den robusten Rahmen einer Werkstatt.


Im offenen Grundriss gehen Arbeits- und Besprechungszonen ineinander auf.


Für die Einrichtung der Arbeitswelt brauchte es einerseits die unmittelbar nötigen Möbel: Tisch, Stuhl, Stauraum. Neben diesen Standards gibt es Hochtische und -stühle, frei stehende Boxen und Sitzecken für Besprechungen in ganz unterschiedlichen Formationen. Dafür wurde das Bestandsmobiliar verwendet sowie Mobiliar aus dem Programm von Ergodata, der Möbelentwicklungsfirma, die Witzig und Schoch Werkhaus gemeinsam gehört. Sie fabriziert und vertreibt robuste, über viele Jahre in Erfahrung und Praxistest gereifte Möbel. Der Innenarchitekt und Künstler Thomas Scheurer hat diese zu Bühnenbildern der Arbeitswelten verwoben und entlang der Themenwelten Bau, Gesundheit, Transport, Dienstleistung und Industrie zu einem Ganzen gefügt. Mit viel Fantasie hat er Requisiten versammelt: von der Hobelsammlung des Schreiners über Gerüstbauten und die Scherenleuchte aus der Fabrik bis zu Laborinstrumenten der Apothekerin.


Offen geführte Leitungen und robuste Details sorgen für Werkstatt-Atmosphäre.


Wandbilder prägen die fünf Welten, thematisch abgestimmt auf die Namen der 23 Sitzungsräume. Sie vermitteln, gestützt von den jeweils verschiedenen Farben der Teppiche, fünf eigene Stimmungen. Die Requisiten sind unmittelbar brauchbar und funktional. Doppelsitze von Sesselliften hängen als Sitzgelegenheiten von der Decke, der Baustellenwagen dient als Besprechungszimmer, der Ruheraum lässt an die Stimmung in einem japanischen Zenraum denken. Jede Inszenierung hat ihre eigens für sie gestalteten Einbauten: Die Teeküche in der Themenwelt Gesundheit erinnert an ein Labor, diejenige in der Themenwelt Bau ist robust aus rustikalem Holz gefertigt. Vintage-Beleuchtungskörper rücken die Bühnenbilder ins richtige Licht. Ilona Schönle: «Die symbolhaltigen Umsetzungen und Interpretationen geben den JobCloud-Mitarbeitenden ein Gefühl, in welchen Welten die Menschen sich bewegen, für die sie Arbeitsplätze vermitteln oder Angestellte suchen. Das ist die zentrale, identitätsstiftende Komponente dieses Projekts. Das Wirken der Mitarbeitenden findet sein ästhetisches Pendant in der Arbeitsraumgestaltung und -einrichtung.»

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