Die Knickarmmarkise erinnert im Querschnitt an die Tragfläche eines Flugzeugs und wird aus der Mitte nach unten und nach oben bewegt.
In Zusammenarbeit mit Nyffenegger Storen

Nichts ab Stange

In einer neugebauten Villa in Langenthal hat die Firma Nyffenegger Storen vier verschiedene, massgeschneiderte Storensysteme eingebaut, um für alle Fronten genau passende Beschattungen zu ermöglichen.

Beim Neubau einer Villa im Zentrum Langenthals ging es besonders massgeschneidert zu. Die ruinöse Villa, die früher auf dem Grundstück stand, war nicht entsprechend den Wünschen des Bauherrn umzubauen. So entschied man sich für den Abriss bis auf die Grundmauern und baute neu. Das Haus, das nun hier steht, überragt die Dimension der früheren Villa deutlich und wartet mit vielen technischen Besonderheiten auf. Allein für die Beschattung kamen beim Neubau vier unterschiedliche Systeme der Nyffenegger Storenfabrik zum Einsatz: Eine grosse und technisch anspruchsvolle Doppelstore für Aussensitzplatz und Pool, eine textile Beschattung mit Reissverschluss-System sowie überbreite Raffstoren, die mit zusätzlichen Tragbändern verstärkt und seitlichem Zahnriemenaufzug bestückt sind.

Eine Markise, die sich nach oben schiebt
Am Sitzplatz findet sich das wohl auffälligste Element: Eine Knickarmmarkise, die sich aus der Mitte nach unten – wie man es kennt –, aber auch nach oben schiebt. Für dieses Doppelelement, das im Querschnitt an die Tragfläche eines Flugzeugs in Schräglage erinnert, brauchte es sowohl eine besondere Technik als auch eine spezielle Verankerung im Boden. Während die äussere Store herkömmlich betrieben wird, drücken Gasdruckdämpfer die innere Store nach oben in Richtung Haus. Im Boden übernimmt eine Sonderkonstruktion aus Vollstahlprofilen und Abkantblechen die Lasten. Die 3,5 Meter breiten und 8 Meter langen Markisen sind hingegen nicht speziell verstärkt – wenn Windgeschwindigkeiten von über 30 Stundenkilometern gemessen werden, müssen sie eingefahren werden.  
Mehr Wind hält die textile Beschattung aus, die genau dahinter vor den Fenstern angebracht ist. Die Stoffmarkisen sind in den seitlichen Führungsschienen mit Reissverschlüssen befestigt und halten über 100 Stundenkilometer stand. Auch hier ist die Dimension besonders – sie sind 3,5 Meter breit und 5,2 Meter hoch. «Für dieses System ist das ein Riesending», meint Paul Nyffenegger.

Sonderanfertigung mit zusätzlichen Tragbändern
Über alle Geschosse wird zudem mit Raffstoren beschattet, die ebenfalls Sonderkonstruktionen sind. Normalerweise werden diese bis 4 Meter Breite hergestellt, was für die Fenster der Villa jedoch nicht reichte: Die 5,2 Meter breiten Fenster sind rahmenlos, somit fehlten jegliche Profile für die Befestigung der Führungsschienen. Die Firma Nyffenegger produzierte auf die Breite passende Raffstoren als Sonderanfertigung, verstärkte diese jedoch mit zusätzlichen Tragbändern, damit die Lamellen nicht über die Breite durchhängen. Seitlich werden die Lamellen in einem eigenen Zahnriemensystem angetrieben, das Nyffenegger bereits bei anderen Projekten erfolgreich eingebaut hatte. Werden so grosse Lamellen nur über Aufzugsbänder geführt, können sie verkanten oder die Store schräg stellen. «Wir haben beim Alulock-SZA-System statt der üblichen Aufzugsbänder seitlich in der Aufzugsschiene einen Zahnriemen eingebaut», so Paul Nyffenegger. «Die einzelnen Lamellen werden darin kompakt und absolut gerade geführt.» Besonderen Wert legen die Storenbauer aus Huttwil auf langlebige Komponenten. Die seitlichen Führungsbolzen sind nicht aus Kunststoff, sondern aus Zinkdruckguss gefertigt. Die führenden Zahnriemen sind mit fünf Drähten verstärkt und auf zwanzig Jahre Haltbarkeit getestet. Zudem sind die Storen mit einem Auflaufschutz ausgestattet: Trifft die Store beim Fahren auf ein Hindernis, wird der Behang nicht beschädigt.
Mit sehr vielen Sonderkonstruktionen hat die Villa heute für alle Fronten genau passende Beschattungen. Nachteil der Überformate bleiben die reduzierte Windresistenz und die notwendige Überwachung durch Windmess- und Steuerungssysteme.

Villa in Langenthal, 2016
– Bauherrschaft: privat
– Architektur: Ernst & Nyffeler Architekten, Langenthal
– Storen: Nyffenegger Storen, Huttwil

Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen des Werkplatzes Schweiz.

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