Die Siedlung Oberes Alpgut schmiegt sich an den Eichwald auf dem Lindberg. Fotos: Claudia Luperto
In Zusammenarbeit mit Huber Fenster

Mit dem Wald verbunden

Mit fast 40 Prozent bewaldeter Stadtfläche nennt sich Winterthur zu Recht die grüne Stadt. Der Wald spielt auch in der Siedlung Oberes Alpgut auf dem Lindberg eine wichtige Rolle.

Winterthur, die grüne Stadt: Mit fast 40 Prozent bewaldeter Stadtfläche kann sich Winterthur verglichen mit anderen Städten in der Schweiz zu Recht so nennen. Der Wald spielt als Naherholungsraum eine wichtige Rolle, der nahe Bezug zur Natur ist in vielen Wohnquartieren bedeutend. So auch in der Siedlung Oberes Alpgut, die sich angrenzend an den Eichwald auf dem Lindberg an die Ausläufer des dichten Waldes schmiegt.

Hier, nordöstlich von Hauptbahnhof und Kantonsspital, ist man nah an der Stadt, und gleichzeitig mitten im Grünen. Die Siedlung umfasst zehn, voneinander mit Betonscheiben getrennte Familienwohnhäuser in gehobenem Standard und drei Wohnungen im alten Ökonomiegebäude. Die in einer Zeile auf den Berg gebauten Villen sind nicht, wie man vermuten mag, in Richtung Stadt orientiert – stattdessen liegt der Fokus auf den nordöstlich anschliessenden Waldpark. Durch übergrosse, in der Wahrnehmung fast rahmenlose Fenster kommt das Grün den Bewohnern nahe. Die Schlafzimmer hingegen sind geschlossener, nach Südwesten orientiert und an einen intimen Innenhof angeschlossen. Das Spiel von Durchlässigkeit und Intimität, damit auch die Öffnung zum Grün und zum Aussenraum, erlebt man immer wieder in den Gebäuden. Die Räume sind so gefügt und mit Innenhöfen und Freibereichen verbunden, dass «Innen» und «Aussen» zu einem Ganzen werden.

Möglich macht das vor allem das ungewöhnlich grosse Glasformat, das Architekt Peter Kunz hier wählte. «Das zentrale Motiv des Entwurfs ist der Blick», erläutert Projektleiter Felix Rutishauser. «Dank der grossen Glasfronten können Architektur und Natur sozusagen ineinander wachsen. Und der Blick zum Wald wird zu einer Art begehbarem Bild.» Diese grossen Elemente, die Fensterbauer des Herisauer Unternehmens Huber Fenster entwickelt und gebaut haben, überschreiten die Grenzen der Statik von üblichen Fenstern. Um das Gewicht des grossflächigen Glases aufnehmen zu können, brauchte es daher Verstärkungen in Rahmen und Tragwerk. Gleichzeitig sollte der Rahmen ganz reduziert wirken und möglichst nur als optische Fassung für die Landschaft fungieren.

Geschäftsleiter Martin Huber erinnert sich: «Wegen des grossen Gewichts brachten wir die bis zu 14 Meter langen Eichenholzrahmen separat zur Baustelle und setzten dort erst das Glas ein.» Die dreifach verglasten Hebe-Schiebe-Fenster sind so montiert, dass eine etwaige Senkung der Decke aufgenommen werden kann, ohne dass die Glas-Holz-Rahmen eingedrückt und gefährdet werden. Und obwohl die Rahmen fast bündig mit dem Mauerwerk abschliessen, sind sie so erreichbar, dass ein defektes Glas auch ausgewechselt werden kann. Die in den Boden eingelassene Heizung ist an der Fassade so abgestimmt, dass die grossen Scheiben gut abtrocknen. Gleichzeitig wurde darauf geachtet, dass die Gläser nicht in Bodennähe überhitzen und nicht zu grossen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Die Kombination des reduzierten Betonbaus mit den schlicht wirkenden Fenstern betont einmal mehr, was hier zählt: die Natur, die den Menschen umgibt.

Reihenhäuser Oberes Alpgut, Winterthur, 2008 / 2011
– Bauherrschaft: Privat
– Architektur: Peter Kunz Architektur, Winterthur
– Bauingenieure: Grunder / WSP
– Fenster: Huber Fenster, Herisau
– Veranschlagte Rohbaukosten: 20 Millionen Franken

Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen des Werkplatzes Schweiz.

close

Kommentare

Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen