Die Greenwall vor ‹The Circle›.
Im Auftrag von Hydroplant

Grün gerade hier

Vor dem ‹The Circle›-Neubau ergänzt die ‹Greenwall› mit 430 vertikal bepflanzten Quadratmetern die Architektur mit einem Streifen Grün.

Ein sattgrüner Streifen hinter dem Grau der Strasse, unter dem Sirren der Oberleitungen, vor der aussen neigenden Glasfassade: über 150’000 Pendlerinnen laufen jeden Tag am neuen Zentrum ‹The Circle› am Flughafen Zürich vorbei, die Glatttalbahn hält alle zehn Minuten, mehrere Buslinien enden hier. Und an diesem Platz die ‹Greenwall› des Architekturbüros Ramseier & Associates für etwas Natürlichkeit.

430 Quadrameter vertikale Bepflanzung verbinden das neue Zentrum ‹The Circle› mit dem Flughafen.

Die ‹Greenwall› dient in erster Linie als lebendiger Hintergrund für die Logos der ‹Circle›-Mieter. Den Planern kam es dabei vor allem auf den übers ganze Jahr gleichen Effekt an. Doch was sie sich als lebendiges Element vor der Glas-Metall-Fassade des ‹Circle›-Gebäudes vorstellten, musste nicht nur optisch und sondern auch ökologisch funktionieren. «Ihnen war nicht klar, dass das mit einer Monokultur nicht geht», sagt Michael Hagenauer, der als Projektleiter der Firma Hydroplant unter anderem für die Pflanzenauswahl verantwortlich war. «Wir konnten ihnen aufzeigen, dass auch verschiedene Pflanzen ein einheitliches Bild ergeben, und dass die Mischung gleichzeitig besser gegen unterschiedliche Witterungen oder Schädlinge geschützt ist.»

Über 150’000 Pendlerinnen kommen jeden Tag hier vorbei

Hydroplant entwarf eine Pflanzenmatrix mit neun lokalen Immergrün, darunter Felsenstorchschnabel, Golderdbeere und Heckenkirsche. Unterteilt wurde die Wand in Sektionen, weil die Pflanzen oben mehr Licht und weniger Feuchtigkeit bekommen, im unteren Teil umgekehrt weniger Licht und mehr Wasser. Um die Konstruktion und die Matrix mit den Architekten zu diskutieren, baute Hydroplant ein zwei Quadratmeter grosses Modell. Daran konnten die Experten zeigen, wie die Pflanzenmischung optisch wirkt, dass das kleine Laub ein dichtes aber nicht zu voluminöses Bild ergibt. Gleichzeitig konnten die Planer die Beleuchtung überprüfen. «Die Zusammenarbeit mit den Architekten war intensiv und gut», erinnert sich Hagenauer.

Die Bepflanzungsmatrix von Hydroplant

Die Pflanzen sind in mit mineralischem Substrat gefüllte Vliestaschen gesetzt und hängen an einer Metallkonstruktion, für die Hydroplant mit der Firma Blaser Metallbau zusammengearbeitet hat. An ihr ist auch das Bewässerungssystem montiert. Der öffentliche und exponierte Standort war für die Konstruktion die grösste Herausforderung. Direkt vor der Wand fährt der Bus durch, im Notfall müssen die Rettungskräfte schnell vorbei und das Tiefbauamt will die Wand regelmässig prüfen. Darum steht das Gerüst 80 Zentimeter davor, einzelne Sektoren lassen sich individuell ausbauen und ein begehbarer Gitterrost erlaubt den Zu- und Durchgang.

Die Konstruktion im Plan.

Was als einfache Idee begann – ein natürlicher Hintergrund für die Logos der ‹Circle›-Mieter – wurde im Laufe der Planung zu viel mehr: «Das grüne Element mitten in diesem von urbaner Mobilität geprägtem Ort, gewann für alle an der Planung Beteiligten zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt aufgrund der vielen Menschen, die sie zu sehen bekommen», sagt Michael Hagenauer. Und das Grün wächst weiter: Die zweite Etappe des Projekts soll im nächsten Frühjahr starten:  weitere 230 Quadratmeter sollen bepflanzt werden.

Die Greenwall vor ‹The Circle›.

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