Showroom Waldmann: Das elegante Muster.
Im Auftrag des SFHF

Freies Spiel

Je nach Kontext und Bau passt sich eine hinterlüftete Fassade an. Gelaserte, wetterbeständige und farbige Platten gewähren dabei breite Gestaltungsmöglichkeiten.

Im thurgauischen Güttingen stellt die Firma Bruag gelaserte und fertig behandelte Fassadenplatten her. Formen und Farben sind wählbar; 3000 UV-beständige Farbtöne sind erhältlich - auch für die Lackierung der Plattenkanten. Oft eingesetzt werden die gelaserten Platten für vorgehängte, hinterlüftete Fassaden. Da Bruag auch grossformatige Platten produzieren kann, sind die Möglichkeiten der Verwendung fast unbegrenzt. Eigene Muster gemäss CAD-Vorlage kosten keinen Aufpreis. Man bezahlt weder Verschnitt noch einen Zusatzbetrag für Bohrlöcher.

Zum Einsatz kommen neben Metallpaneelen immer häufiger Cellon-Platten: Kompakt-Hochdruck-Schichtpressstoff-Platten, die aus 70 Prozent Zellulosebahnen und 30 Prozent Phenolharz bestehen. Sie sind wetterfest und stabil, acht oder zehn Millimeter dick, deutlich leichter als Aluminium und daher bei gleicher Stärke wesentlich günstiger. Drei jüngere Projekte der Firma Bruag demonstrieren den Gestaltungsspielraum.


Hinterlüftet und beleuchtet

Beleuchtung der hinterlüfteten Fassade: In kühlem Blautürkis...

... oder in warmem Rotorange.
Für die Leuchtenproduzentin Waldmann entstand auf dem Firmengelände in Villingen-Schwenningen ein Pavillon, der als Showroom dient. Die klare Kubatur erhielt ein extravagantes Antlitz: In zurückhaltendem Anthrazit gehalten, zieht das abstrakte Lochmuster der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade die Blicke auf sich. Die präzise gelaserten Ausschnitte ziehen sich um das ganze Gebäude und wirken im Rapport elegant. Der Clou ist die Hinterleuchtung, die sich farblich steuern lässt und in warmem Rot oder kühlem Blau strahlen kann. «Mit der perforierten hinterleuchteten Fassade ist uns eine Darstellung gelungen, die auf den ersten Blick zeigt, was uns als Unternehmen ausmacht», freut sich Anja Bartler von Waldmann.


Hochaufgelöst

Showroom Nicollier: Die Platten sind so stark perforiert ...

... dass sie sich in ein Netz aufzulösen scheinen.
Das zweite Beispiel steht im Wallis: Der Bade- und Wellness-Ausstatter Nicollier zeigt sich im Tal ebenfalls mit einem neuen Showroom. Der Neubau in Fully ist in der Kubatur ebenfalls einfach gehalten. Das Sockelgeschoss ist transparent, das Obergeschoss dagegen verkleidet. Die Platten der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade sind so stark perforiert, dass sie fast nur noch ein Netz bilden. Es erinnert mal an Geäst, mal an ein Giraffenfell. Auch für den Showroom von Nicollier stellte Bruag Platten aus Kraftpapier her und perforierte sie präzise gemäss der Angaben der Architektinnen und Architekten. Selbst die Beschriftung liess Nicollier im selben Material von Bruag produzieren.


Floral-wohnlich

Mehrfamilienhaus in Bellmund: Geometrisierte Floralmotive passen ins Wohnumfeld.

Die Licht- und Schattenspiele wechseln mit der Tageszeit und der Jahreszeit.
Die kleine Projektreise durch die Schweiz endet in Bellmund bei Biel: Dort erhielt das neue Mehrfamilienhaus «Hausmatten» ebenfalls eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade. Bruag produzierte die geschosshohen, grossformatigen Platten in einem erdfarbigen Farbton. Auch sie bestehen aus dem witterungsbeständigen Phenolharz-Kraftpapier. Zusammen mit den Weissbetonbändern entsteht ein helles, freundliches Fassadenbild. Geometrische und florale Formen stehen für Wohnlichkeit. Das Licht und Schattenspiel belebt Räume und Balkone zu jeder Tageszeit und Jahreszeit anders.

Konstruktionsschema gemäss Bruag.
Übrigens lädt der Schweizerische Fachverband für hinterlüftete Fassaden in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Gebäudehülle Schweiz demnächst zu einer interessanten und aktuellen Fassadentagung ein: Sie widmet sich dem Thema Baustoffkreisläufe. Unter den Referierenden sind mit Olivier de Perrot von der Bauteilbörse Salza, Oliver Seidel vom Baubüro In Situ oder Reto Largo, Direktor NEST an der Empa drei ausgewiesene Kreislauf-Praktiker.

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