Das grosse Atrium dient als Verteiler und wird über das gläserne Dach tageslicht-erhellt. Fotos: Emch Aufzüge
In Zusammenarbeit mit Emch Aufzüge

Dem Licht Raum geben

Für den Businesspark in Ittigen bei Bern hat Swisscom mit dem Atelier 5 ein Bürogebäude im Standard Minergie-P-Eco realisiert. Transparent, viel Tageslicht, vier gläserne Lifte.

Die Büroräume des neuen Businesspark der Swisscom in Ittigen mit insgesamt 1700 Arbeitsplätzen für 2000 Mitarbeitende liegen in einer Art Gebäudering um die offene Mitte. Der grosse Innenhof dient als Verteiler und Treffpunkt und wird über das gläserne Dach tageslicht-erhellt. Während in den Geschossen querliegende, kurze Brücken und lange Passerellen die Bürozonen miteinander verbinden, sorgen vier Aufzugsgruppen und offene Treppen für die vertikale Erschliessung. «Das grosse Atrium versorgt die an ihm liegenden Bürozonen in alle Geschosse mit Tageslicht», so Florian Lünstedt von Architekten des Atelier 5. «Wir wünschten uns die bestmögliche Belichtung.» Um eine maximale Reflexion zu erzielen sind sämtliche Einbauten und Flächen in Weiss gehalten. So wurde der Boden des Atriums mit weissem Terrazzo ausgeführt.

Bei den Aufzügen fällt die hohe Transparenz auf, die hier trotz der sich über fünf Geschosse ziehenden Konstruktion erreicht wird. Die Liftschächte bestehen aus Glas, ihre Ecken sind freigespielt von Trägern und Stabilisierungen, der Aufzugskörper ist bis auf Boden und Decke ebenso gläsern und durchlässig. Dies entspricht dem Konzept der Architekten, die trotz der sechs Aufzüge möglichst wenig optische Störung und nur wenige lichtfangende Elemente haben wollten. «Geschlossene Aufzugsschächte hätten die optische Luftigkeit des Atriums enorm gestört», erläutert Florian Lünstedt. «Da die Aufzüge nun grösstenteils aus Glas aufgebaut sind, werden sie sehr durchlässig, sie werden zu unaufdringlichen, transparenten Plastiken im Raum.»

Die Aufzüge stehen frei und sind mit Gleitlagern an die Deckenbrücken der Geschosse angeschlossen. Dies aus gutem Grund: Emch, der mit der Anlage betraute Liftbauer, versucht jeweils, das Gebäude von der Aufzugskonstruktion zu trennen, weil diese Verbindung sensibel ist. Die statische Entkopplung ist auch hier wichtig, weil sich das Gebäude insgesamt noch um etwa 4 Zentimeter setzen wird. Auf dieses Schwindmass reagierten die Aufzugsbauer. «Die Türen wurden von vornherein einige Zentimeter höher gebaut», so Daniel Steiger von Emch. «Sobald sich das Gebäude gesetzt hat, wird die Ausstiegshöhe neu nivelliert und eingestellt.» Die statische Trennung hat ebenso zur Folge, dass von den Gebäudelasten kein Druck auf die Glasscheiben des Aufzugschachts übergeht.

Entsprechend den Vorstellungen der Architekten, die maximale Symmetrie wünschten, ist der Aufzug mit zentrischem Lastsystem aufgebaut – selbst die Umlenkrolle baute Emch mittig in die Achse. Die Lasten der Aufzüge werden auch über Sekundärtragelemente abgeleitet, so sind zum Beispiel auch die Führungsschienen und die Glasscheiben Teil des statischen Tragsystems. Mit dieser Detailarbeit schaffen es die Aufzugbauer, die Ecken des Schachts freizuspielen; das Schachtglas wird nur an den Seiten getragen. Auch die Kabinen sind zu grossen Teilen aus Glas gefertigt, nur Boden und die Lichtdecke machen den gefühlten Luft- und Lichtschacht zum begehbaren Raum.

Swisscom Businesspark Ittigen, 2014
– Bauherrschaft: Swisscom Immobilien AG
– Architektur: Atelier 5, Bern
– Aufzüge: Emch Aufzüge, Bern
– Investitionsvolumen: 130 Mio. Franken (ohne Grundstück und MWSt.)

Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen des Werkplatzes Schweiz.

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