Der Teufel steckt im Detail: Bei der Dreifachsteckdose von Modino Priamos deckt der Trafo die anderen Dosen nicht ab.
Im Auftrag von Max Hauri AG

Das Bewährte noch besser machen

Die Elektrizität hat längst unsere Wohnungen und Büros erobert. Die Produktelinie ‹Modino Priamos› der Max Hauri AG zeigt, dass man auch etablierte Produkte immer noch verbessern und neu denken kann.

Schon vor hundert Jahren hatten die Bolschewiki die Bedeutung der Elektrizität erkannt. Mit der Losung «Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes» wollten sie aus dem rückständigen Russland ein modernes Sowjetrussland machen. Nähme man Lenins Losung als Massstab, hätten wir heute das Paradies auf Erden: Es gibt kaum einen Ort, an dem eine Steckdose mehr als eine Armlänge entfernt ist. Die Anfänge jedoch waren bescheiden, auch in der Schweiz. Noch in den 1960er-Jahren wurden Steckdosen und Lichtschalter sparsam und genau nach den elektrischen Bedürfnissen eingebaut: im Elternschlafzimmer zwei Stück, rechts und links des Ehebetts, in den übrigen Zimmern ein einziges Exemplar.

Früher gab es links und rechts des Ehebetts eine Steckdose. Heute ist jedes Zimmer elektrisch aufgerüstet.

Als Max Hauri 1947 mit dem Vertrieb von Glühbirnen den Grundstein der heutigen Firma legte, konnte er seinen Erfolg nicht erahnen. Wohl auch darum liess er im selben Jahr ein Inserat in die ‹Neue Zürcher Zeitung› einrücken: «Aus U.S.A. eingetroffen: ein Posten Rechenschieber. Äusserst seltene Gelegenheit, da sehr billig und in einwandfreier Qualität». Sicher ist sicher; Diversifizierung würde man dem heute sagen. Doch dies war bei Max Hauri bald nicht mehr nötig. In den vergangenen 75 Jahren ist aus den bescheidenen Anfängen ein Unternehmen geworden, das alles herstellt und vertreibt, was für die Elektrifizierung von Wohnräumen und Büros benötigt wird. Wer nun denkt, Steckdosen und Stecker sind erfunden, normiert und alle gleich, irrt. Stets haben die Ingenieure und Gestalter von Max Hauri AG ihre Produkte weiterentwickelt. Meilensteine waren beispielsweise 1999 die schweizerische Variante des im Ausland längst bekannten Winkelsteckers oder 2004 das erste Verlängerungskabel mit Kinderschutz.

Typisch Schweizerisch
Ein Quantensprung in der Produktepalette markierte 2017 die Lancierung des Steckdosen- und Schalterprogramms ‹Modino Priamos›. Auf den ersten Blick sehen die Schalter und Steckdosen aus, wie solche Produkte eben aussehen; insbesondere die Dreifachsteckdosen mit den für die dreipoligen Schweizer Stecker charakteristischen vertieften Sechsecken scheinen sich von anderen Produkten nicht zu unterscheiden. Doch der Schein trügt. Wer genau hinschaut, stellt fest, dass die Erdung der einen Steckdose nicht nach innen, sondern nach aussen gerichtet ist. Eine kleine Massnahme mit grosser Wirkung: Steckt man eine Steckerleiste oder einen abgewinkelten Stecker ein, werden die beiden anderen Dosen nicht blockiert, sondern bleiben frei.

Dreifachsteckdose mit veränderter Anordnung: Ein Winkelstecker deckt die anderen Anschlüsse nicht ab.

Auch gestalterisch unterscheidet sich die Modino-Linie nur subtil von den bekannten Produkten – das Spielfeld des Designers Andreas Kolb war ja auch auf die genormten 90 mal 90 Millimeter beschränkt. Innerhalb dieses Feldes reduzierte er die Gestaltung auf ein Minimum um damit ein Maximum an Eleganz zu erreichen. So verzichtete der Designer bei den Lichtschaltern auf die übliche Abdeckplatte. Dadurch wurde der Schalter grösser, und es gibt eine Fuge weniger, in der sich Schmutz ansammeln kann.

Abgeschrägter Rand, keine überflüssigen Fugen, grosser Schalter: Mondino Priamos.

Auch Zweier-, Dreier- und Mehrfachkombinationen sind möglich.

USB-Anschlüsse sind heute eine Selbstverständlichkeit. Was folgt als nächstes?

Der leicht angeschrägte Rahmen verleiht den Schalter eine Leichtigkeit, und er wirkt als verbindendes gestalterisches Element für die unzähligen Spezifikationen. Denn wie es sich für ein zeitgemässes Elektroprodukt gehört, umfasst ‹Modino Priamos› nicht nur herkömmliche Schalter und Steckdosen, sondern Schalter und Dosen für unterschiedliche Bedürfnisse – vom Dimmer über den Storenschalter bis zur TV-Dose oder dem USB-Charger.

Farben für Schönheit und Zweckmässigkeit
Quasi das Tüpfelchen auf dem i sind die farbigen Designprofile. Sie geben – als rein gestalterisches Element und abgestimmt auf die Einrichtung – mit der dezent eingesetzten Farbe das gewisse Etwas. Mit unterschiedlich farbigen Profilen lassen sich aber auch Schalter- oder Steckdosengruppen differenzieren oder einander zuordnen. Und das fluoreszierende Designprofil macht nachts den Schalter im dunklen Raum dezent sichtbar.

Das dezente Designprofil lässt sich auf den Raum abstimmen.

Die Entwicklung von ‹Modino Priamos› hatte mehrere Jahre in Anspruch genommen. Die Produktion für den Schweizer Markt ist für die Max Hauri AG Segen und Fluch zugleich. Weil sich die Schweizer Normen gerade bei Elektroinstallationen von jenen in umliegenden Ländern unterscheiden, wird der Markt weniger von ausländischen Billigprodukten überschwemmt. Andererseits ist der Markt für eine auf die Schweiz ausgerichtete Neuentwicklung wie die Modino-Linie relativ klein: Die formschönen dreipoligen Stecker und Steckdosen gibt es in keinem anderen Land. Die Schalter könnten die Grenzen noch eher überschreiten, doch dem steht eine andere schweizerische Eigenheit entgegen: Der in anderen europäischen Ländern verbreitete Wippschalter hat keine Chance – wir wollen einen Druckschalter!

Dimmer, Steckdose, Rolladensteuerung… aber der Lichtschalter ist in der Schweiz in jedem Fall ein Druckschalter.

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