Auf dem kleineren Erdgeschoss sitzt ein grösseres Obergeschoss und kragt rundum aus. Fotos: Eliane Rutishauser
In Zusammenarbeit mit Sky-Frame

Baumhaus mit Aussicht

Für einen Gartenpavillon, der später als Altersresidenz für die Bauherrschaft dienen kann, suchten die Architekten spezielle Fensterfronten, die sie beim Frauenfelder Hersteller ‹Sky-Frame› fanden.

Auf einem gläsernen Sockel sitzt der Wohnbereich – ein Gartenpavillon für Gäste, der später als mögliche Altersresidenz für die Bauherrschaft dienen kann, lautete die Aufgabe. Für diesen Auftrag galt es, den Garten der Zürcher Villa aus den Zwanzigerjahren und vor allem auch den Baumbestand so weit wie möglich zu erhalten. Deshalb entwarfen Oliv Brunner Volk Architekten den Fussabdruck des Gebäudes auf dem Grundstück so klein wie möglich. Mit Faltschiebefenstern lässt sich das ganze Erdgeschoss rundum vollständig öffnen und wird Teil des Gartens. Der Grundriss, ein unregelmässiges Fünfeck, hat zwei Gründe: Der Pavillon liess sich so präzise in die Ecke der Parzelle platzieren und die Aussicht ist auf allen Seiten optimal.
 

Auf dem kleineren Erdgeschoss sitzt ein grösseres Obergeschoss und kragt rundum aus. Für dieses suchten die Architekten spezielle Fensterfronten, die sie beim Frauenfelder Hersteller «Sky-Frame» fanden. Die Lösung im Obergeschoss ist massgeschneidert. Es ist ein rundum verglaster, stützenfreier, offener Wohnraum. Durch die asymmetrische Position der mittigen Wand entstehen verschiedene Raumtiefen, die den Wohnraum zonieren. Die 2,2 Meter hohen, rahmenlosen Schiebefenster lassen sich rundum komplett öffnen – auch übers Eck. Die fünf Ecken werden so zu Loggien in erhöhter Lage. Der Pavillon lässt sich je nach Bedarf mehr oder weniger öffnen und mit den verschiedenen Ebenen der umliegenden Gartenlandschaft verbinden, von der Wiese bis zu den Baumkronen.
 

Es war Massarbeit gefordert, auch weil die Fensterfronten nicht in 90 Grad aufeinander treffen. «Wir hatten zwar alles berechnet, mussten hier und da zirkeln und anpassen, damit unsere Schiebefenster unter den Betondeckel passten», sagt der Projektleiter von Sky-Frame, René Zürcher. Je früher sie als Fensterplaner von den Architekten hinzugezogen würden, desto besser. Im Fall des Gartenpavillons etwa konnte im Bereich der Leibungen C-Profile in den Beton eingelegt werden, was die Montage der Fenster erleichterte. «Dieses Zusammenspiel für den Einbau hat perfekt funktioniert», sagt der Architekt Christian Brunner. «Für maximale Verglasung bietet Sky-Frame die grossflächigsten, filigransten Lösungen – vor allem für nicht rechtwinklige Ecken.» Die Fensterprofile und Dachabschlüsse sind aus dunkel eloxiertem Aluminium.
 

Wichtig ist für Sky-Frame jeweils auch die Zusammenarbeit mit den Storenbauern: Je mehr individuelle Lösungen diese anbieten, desto besser für das Projekt – für den Gartenpavillon wurden Storenseile etwa so angebracht, dass sie die bodentiefe Aussicht nicht stören. Auch wie die Vorhänge hängen, ist wichtig: «Es braucht mindestens dreissig Zentimeter Abstand», sagt René Zürcher. Sind die Vorhänge zu nahe montiert kann das beim Verbundsicherheitsglas zu Hitzestau führen, worauf die Scheiben brechen. Aussenliegende Sonnenstoren und innenliegende Vorhänge im richtigen Abstand lassen die Bewohner nun Ein- und Ausblicke in die Umgebung steuern. Sind alle Scheiben rundum geöffnet, stellt sich ein luftiges Gefühl ein und der Pavillon wird zum Baumhaus.


Gartenpavillon Zürich, 2013

– Bauherrschaft: privat

– Architektur: Oliv Brunner Volk Architekten, Zürich

– Fensterbauer: Sky-Frame

– Gartengestaltung: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten, Zürich

– Bauingenieur: Thomas Boyle und Partner AG, Zürich

– Gebäudevolumen: 539 m³

– Nutzfläche: 130 m²


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