Seit 1874 ist die Produktion von KWC zu einem kleinen Campus herangewachsen. Fotos: Pierre Kellenberger
Im Auftrag von KWC

Auf Knopfdruck

In den 1950er-Jahren erfand KWC die ausziehbare Schlauchbrause für Coiffeursalons. Seither entwickelt sich die Produktion der Firma zu einem Campus für Innovation.

Fast 150 Jahre sind genügend Zeit für eine bewegte Firmengeschichte. Das Unternehmen in Unterkulm im Kanton Aargau begann 1874 mit der Produktion von Musikspieldosen. Eine Giesserei wurde angebaut, die Firma stellte auf Gashähne um und machte sich dann als Armaturenfabrik Karrer und Weber einen Namen. Auf Massgeschneidertes, etwa für das Hotel Ritz in Paris oder das Hotel Negresco in Nizza, folgte 1957 der erste Coup für den Massenmarkt: Die ausziehbare Schlauchbrause, einst für Coiffeursalons entwickelt, ist längst zum Standard geworden. Manch eine besucht den Coiffeur heute auch wegen der Haarwäsche und der Kopfmassage. In Küchen ist die Auszugsbrause ebenfalls anzutreffen: Wie leicht lassen sich damit unhandliche Töpfe mit Wasser füllen oder die Spüle auswaschen.


Im Showroom ‹Aquakulm› gibt es eine Ausstellung und eine Armaturen-Bibliothek.

Fünfzig Meter versetzt und denkmalpflegerisch saniert dient die alte Giesserei nun als Event-Raum für Kurse und Vorträge.

Die Auszugsbrause der ergonomischen Küchenarmatur ‹KWC KIO› geht weiter: Temperatur und Menge des Wassers sind auf Knopfdruck einstellbar. Mit nur einer Hand, egal ob mit rechts oder mit links, lässt sie sich ausziehen und bedienen. Am rutschfesten Silikongriff schaltet man zudem vom weichen Siebstrahl auf den kräftigen Laminarstrahl um, der ohne Luftwirbel auskommt und darum weniger spritzt. Ein leuchtender Ring gibt Auskunft über die gewählten Einstellungen, die sich auch abspeichern und wieder abrufen lassen. All das ist keine blosse Technikspielerei, sondern die logische Folge für zeitgemässen Komfort und Funktionalität in der Küche. Abwaschen und rüsten 2022 heisst: Das Gemüse kalt waschen? Klick. Den Kochtopf heiss ausbrausen? Klick. Die Hände lauwarm waschen? Klick.


Mit einer Hand und auf Knopfdruck regelt ‹KWC KIO› Wassermenge und -temperatur sowie die Art des Strahls. Visualisierung: Robo Studio

Was da noch kommen soll? Die Weichen für eine ideenreiche Zukunft sind gestellt: Aus der alten Giesserei, einem schmucken Backsteinbau mit Satteldach, wurde ein Kompetenzzentrum mit Event-Raum. Fünfzig Meter versetzt und denkmalpflegerisch saniert, gibt es hier nun Kurse und Vorträge, multimedial und praktisch an den Werkbänken. In der Mitte des umgebauten Areals steht der neue KWC-Turm. Davor rauscht Wasser durch eine elf Meter hohe Brunnenskulptur – der wohl grösste Wasserhahn im Land, inspiriert von der Bad- und Küchenarmatur ‹KWC ZOE›. Mittlerweile beschäftigt KWC tausend Mitarbeitende und produziert auch in Deutschland und England, in China und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Trotzdem hält CEO Thorsten Klapproth für die Hauptproduktion und die Produktentwicklung am Standort Schweiz fest: «Zukunft braucht Herkunft», sagt er überzeugt. «Ausserdem ist die Schweiz eine Garantin für Qualität. Das ist kein Klischee, sondern Tatsache. Mit Technologiekompetenz und Präzision sind wir im Herzen von Europa bestens gerüstet, um unsere Kernthemen voranzutreiben: Ressourcenqualität und Hygiene, die Sauberkeit von Luft und Wasser – nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Bereich.»
 


Der Turm mit dem von der Armatur ‹KWC ZOE› inspirierten Brunnen ist das neue Herz der Anlage.

Zuoberst im KWC-Turm liegen moderne Wohnungen, darunter drei Bürogeschosse. Das Erdgeschoss beherbergt das Personalrestaurant sowie den Showroom ‹Aquakulm› mit einer Armaturen-Bibliothek und einer Ausstellung von der Wasserquelle bis zur Nutzung. In der Kaffeebar treffen sich Ingenieure und Architektinnen, Sanitärfachleute und Installateure. Und gegenüber der renaturierten Wyna werden weiterhin Armaturen produziert. Auch nach fast 150 Jahren noch, mitten in der Schweiz.

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