Blick durch eine mit vietnamesischer Seide ausgekleidete Raumnische der Küchenbox. Fotos: smartvoll architekten

«Erfindung» Funktionskubus?

Die Wiener smartvoll architekten verkaufen weisse Kuben in einer Gründerzeitwohnung als «Lösung, die Schule machen könnte». Was daran hat nicht längst Schule gemacht?


Im Pressetext geizen die Wiener smartvoll architekten nicht mit Selbstlob für ihr Apartment D. Es sei eine «Lösung, die Schule machen könnte» für die bekannte Aufgabe, Offenheit und Grosszügigkeit in beengend wirkende Gründerzeitwohnungen zu bringen. Das ausgeführte Rezept ist ein geöffneter Raum, gegliedert durch drei Funktionskuben für Küche, Bad und Schlafen. «Die Einbauten sind nicht raumhoch, haben eher den Charakter skulpturaler Möbelstücke – wodurch Decke und Boden wie nicht unterbrochene Ebenen wirken, welche die Raumzonen wie eine Spange zusammenhalten», führen die Architekten aus. Polierter weisser Marmor sorge für eine «Entkörperung der grossen Volumen» und einen «reizvollen Kontrast zum klassischen dunklen Fischgrät-Parkett». Dann noch das «Plus»: Mit vietnamesischer Seide ausgekleidete Nischen zur Präsentation primitiver Kunst.
Nun gut, ein solides Projekt. Aber kubische Einbauten sind mitnichten eine Erfindung, auch ihre weisse Farbe nicht gerade überraschend oder gewagt und selbst die Ornamente der Nischen können schon seit Jahren nicht mehr als progressiv bewertet werden. Was soll hier also Schule machen, das nicht schon längst Schule gemacht hat?

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