Das lineare Bauen muss zum Kreislauf werden. Nur wie? Das Firmen-Netzwerk Zirkulit geht diese Aufgabe vom Ende her an. Das Unternehmen Eberhard beispielsweise gewinnt aus Bergen von Mischabbruch sekundäre Rohstoffe. Dank eines ausgeklügelten Prozesses mit optischen Sensoren, KI-gesteuerten Greifarmen und Nassaufbereitung kann es den grössten Abfallstrom der Schweiz noch besser nutzen und den immer knapper werdenden Deponieraum schonen. Es sortiert die Materialien auseinander, trennt die mineralischen in schwere und leichte Bestandteile und bereitet sie zu sekundären Rohstoffen auf. Weitere Zirkulit-Partnerfirmen stellen daraus neue Baustoffe her: Kästli Bau bei Bern produziert einen zirkulären Beton, der mehr Sekundärmaterial, aber weniger Zement als gewöhnlicher Recyclingbeton enthält und zusätzlich CO₂ speichert. Die Zuger Firma Swisspor schäumt aus Bauschutt den ersten zirkulären Dämmstoff.
Dieses Themenheft erzählt, wie der Zirkulit-Kreislauf funktioniert. Der ETH-Professor Guillaume Habert erläutert, was Recycling wirklich bringt. Die Fotografin Annick Ramp hat Schutthaufen und Trennanlage, Labor und Produktionshallen ins Bild gesetzt – und die Menschen dahinter. Ganz langsam schliesst sich der Kreis – damit wir das lineare Bauen hinter uns lassen.