Bob Gysin, Annette Gigon, Roderick Hönig, Andrea Deplazes und Anna Wirz-Justice (v.l.n.r.) haben über Tageslicht und den Award diskutiert.

Zwischen Lumen und Lux

Ein Podium zum Tageslicht Award lootete die Tiefe und Breite des Preises aus. Gerühmt wurde die Offenheit der Ausrichtung.

«Tageslicht in der Architektur: Zwischen Lichtspiel und Lux» lautete der Titel des Podiums vor der Preisverleihung des Tageslicht-Awards. Zwischen abstrakter gestalterischen Massstäben und konkreter Lichtmessung bewegte sich auch das Podium. Die Runde unterschied Bauaufgaben, bei denen sich der Umgang mit Tageslicht mehr anbietet, etwa Museen oder Sakralbauten und solche, bei denen Tageslicht eher beiläufiges Thema ist. Die Chronobiologin Anna Wirz-Justice erklärte, wieso die Forschungsergebnisse nur zögernd in die Architektur einfliessen: Wissenschaftler wollten sie zuerst bewiesen haben, bevor Forschungsergebnisse in die Praxis, also in die Architektur einfliessen sollten. Gleichzeitig war aber von den Architekten Annette Gigon (Preisträgerin Tageslicht Award 2012) und Andrea Deplazes (Jurypräsident) eine gewisse Zurückhaltung gegenüber neuer Vorschriften oder Richtlinien zu spüren, welche die Gestaltungsfreiheit beschränken könnten. Bob Gysin (Preisträger Tageslicht Award 2007) wehrte sich gegen das Auspielen von Gestaltung und Vorschriften. Das sei kein Widerspruch, wie sein ausgezeichnetes Forum Chriesbach zeige.

In der Schlussrunde wurde das ökonomische, ökologische und gestalterische Potential von Tageslicht noch einmal betont: Die Offenheit des Preises führe zu einer breiten Herangehensweise ans Thema, was ihm gut täte, so der Tenor.

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