Rolf Schmidt zwischen den Farbenwelten von Arwa und Similor Kugler.

Laufen und das Neue

Rolf Schmidt ist der Verkaufsleiter von Laufen. Zur Firma für Sanitärkeramik gehören auch die Armaturenhersteller Arwa und Similor Kugler. Beim Kaffee im schmucken Stand, konzipiert von Atelier Oï, reden wir über das «Neue».

Erholung vom Messespaziergang als Gast bei Rolf Schmidt, dem Verkaufsleiter von Laufen. «Ist die Jagd von Weltneuheit zu Weltneuheit von Messe zu Messe nötig und sinnvoll?» Rolf Schmidt ist schon lange im Geschäft. Gewiss, Erfinden und Verbessern seien essenziell und ab und zu sinnvoll für die Gesellschaft. Aber er sei skeptisch gegenüber dem schnell drehenden Karusell auch in seiner Branche, die ja Güter herstellt, die lange gebraucht werden. «Wir sind daran selber schuld. Wir setzen uns selber unter Druck, nicht die Kunden. Messe für Messe eine Neuheit, dabei geht vegessen, wieviel Zeit es braucht bis eine neue Idee entwickelt ist und durchwegs vom Produkt bis zur Montage funktoniert. Neues wird proklamiert und dann klemmt es in der Fertigung und ist nicht lieferbar.»
Laufen bewegt  sich mit den Marken Laufen, Arwa und Similor Kugler im Weltmarkt. Ebenso wichtig, so Schmidt, sei die Kontinuität der Werte, die in der Welt draussen mit Swissness verbunden würden. Solche Werte sind Zuverlässigkeit, Lieferfähigkeit, Seriosität, hochwertiges Design. Diese Werte zu pflegen sei nützlicher als laufend «neu, neuer, am neusten» zu rufen. Und dann funktioniert das Neue nicht. «Eine seriöse Entwicklung dauert drei bis vier Jahre, da ist es widersinnig zu meinen, man könne alle Jahre zweimal mit Neuem auftreten.»
Dennoch tritt Laufen an der Swissbau mit Neuem auf. Bei den Produkten ist Kontinuität wichtig. Bei Laufen sehen wir, was die Firma mittlerweile kann mit Feinkeramik zu machen im Stande ist. Nebst Konstantin Grcic hat der Designer Toan Nguyen Waschtische und Badewannen in «Saphirkeramik» entworfen. Auch wird das erste Dusch-WC präsentiert – Peter Wirz hat es entwickelt. Rolf Schmidt: «Da habe ich wieder einmal gesehen, wie wichtig es ist, wenn ein Designer viel von Produktion versteht. Wirz als Maschineningenieur von Haus aus, kann als Designer massgeblich nicht nur zu gestalterischem Raffinement etwas beitragen zu Neuen sondern auch zu dessen kostengünstiger Produktion.» Bei den Armaturen heisst «neu» vorab das Design des Auftritts. Meta Design hat für Arwa und Similor Kugler je eine eigene Markenwelt entwickelt, die der Kraft der Farben vertraut. Similor Kugler beschreibt mit den Farbtönen grün und orange im Stand eine familiäre, ländliche Atmosphäre; Arwa mit blau und metallisch steht für erlesenen urbanen Anspruch ans Design.

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