Der Vorbereich der Messehallen über Mittag: Lebendig wäre anders.

‹City Lounge› im Praxistest

Die Swissbau ist der ideale Anlass, um den Raum vor dem Eingang der neuen Messe auf seine Praxistauglichkeit zu testen.

«Ein starker Raum: Die ‹City Lounge› ist das Gravitationszentrum der Messe Basel», schrieb Hochparterre im letzten Frühling über den grossen, von der neuen Messehalle überdeckten Stadtplatz. Noch waren die Hallen verwaist und die vier Lokale an den gläsernen Ecken leer. Die Swissbau ist nun der ideale Anlass, um den Raum mit grossem Potential und dem unglücklichen Namen auf seine Praxistauglichkeit zu testen.

Morgens um halb elf herrscht in den Hallen zwar nicht das Gedränge, wie es gegen Ende der Woche sein wird. Doch die Messe brummt, und zahlreich streichen die Besucher, durchmischt von einigen Besucherinnen, durch die Hallen. In der ‹City Lounge› jedoch herrscht – gähnende Leere. Vier Leuchtwürfel geben sich ein Stelldichein und werben für die Swissbau. Ab und zu kommt ein Tram und entlädt eine neue Besucherwelle, die jedoch sogleich in den Eingängen verschwindet. Zwei Stunden später hat sich das Bild nur wenig gewandelt; etwas zahlreicher sind nun die Raucher, die an ihrem Glimmstängel ziehen.

Die ‹City Lounge› als Drehscheibe und Treffpunkt der Messe? Schön wär’s! Die Realität ist ernüchternd: Der Platz ist heute weniger belebt als er zu früheren Swissbau-Zeiten war. Woran liegt das?

Zum einen sicherlich an der fehlenden Bespielung. Früher gab’s auch auf dem Platz Attraktionen für das Publikum. Heute ist dort nichts. Kein Messestand, aber auch keine Bratwurst- oder Leckerlibude, die für Belebung sorgen könnte. Zudem schliessen sich die gastronomischen Angebote in den Ecken weitgehend nach aussen ab. Zum anderen ist das fehlende Leben auf dem Platz auch eine Folge der neuen Konstellation: Wer heute in der Messe drin ist, erreicht sämtliche Hallen nicht nur trockenen Fusses, sondern auch schön an der Wärme. Für die Messebetreiber ist das ein grosser Pluspunkt. ‹Messe in der Stadt› hiess das Konzept, das die Basis für den Ausbau des Messeplatzes am bestehenden Standort bildete. Es ist nun eine Ironie dieses Konzepts, dass sich die Messe in der Stadt aus der Stadt zurückzieht. Mit Ausnahme der gewaltigen Bauten, natürlich.

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Kommentare

hans fischer 21.01.2014 18:01
...mal ein Vergleich hofmann-hdm....eben
Catwoman 22.01.2014 06:50
Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass es Winter ist? Ausser auf dem Weihnachtsmarkt, beim warten auf den ÖV und zum Rauchen steht derzeit niemand auf Plätzen herum, oder? Belehrt mich eines besseren und zeigt mir den Platz wo es anders ist...
Peter Jans 22.01.2014 10:47
Auf die Frage Winter: Kopenhagen, Stockholm, etc.= kälter als bei uns und die Menschen sind draussen. Es gibt auch viele gute Beispiele in der Schweiz, wo das Leben auf Strassen und Plätzen pulsiert. Ge-mütlicher? Heimeliger (für viele ein Schimpfwort)? In Dubai, eine zwölfjährige Stadt, haben sie es erreicht, das die Menschen gerne im öffentlichen Raum, bei Hitze oder Kälte verweilen. Z.T. supermodern, z.T. "Nostalgisch" gebaut, aber es gefällt den Menschen. Ein wesentlicher Unterschied könnte ev. die Grundhaltung vieler Architekten und Bauherren sein. Ihr höchstes Ziel ist oft die Selbstverwirklichung und die Gewinnmaximierung. Im Gegensatz dazu stehen: Dienen, den Menschen Freude machen, zuhören, schauen was gefällt(das heisst noch lange nicht Gefälligkeit). Vielleicht ist das Schlüsselwort: Liebe.
Hermann Huber 22.01.2014 20:24
Meine Vermutung woran es auch liegt: Grund könnte auch die gegenüber 2007 sehr massive Projektänderung sein: Die massive geschlossene Aussenwand des Gebäudeteils ist heute in der Realisierung auch von oben nach innen gestülpt. Das Projekt 2007 zeigte eine subtile durchsichtige Innen/Aussenbeziehung der damals offenbar mehrgeschossig erlebbar gedachten Platz/Foyer/Ausstellungszone . Diese heute geschlossene Oblichtwand lässt das erdgeschossige Foyer und alles, was im gedeckten Aussenraum steht, 'mickrig' erscheinen. Diese Lichtsäule, ursprünglich als Oblicht verbindend, vermittelnd, differenzierend dargestellt, erschlägt nun den EG - Aussenraum samt angrenzendem Foyer. (siehe Publikationen des Projekts 2007)
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