Die Rotbuche wächst von Skandinavien bis Sizilien.

Bauen mit Buche (2/2)

Tragfähigkeit! Nachwachsend! Innovationspotential! Strahlend schwärmen die Vortragenden der Veranstaltung «Bauen mit Buche – neue Wege in die Holz-Zukunft».

Und sie klingen traurig bei der Vorstellung, ihr Holz würde zerhackt nach China verschifft, denn 60 Prozent des Schweizer Laubholzes werden heute ‹energetisch› genutzt. Versammelt hatte die Buchenfreunde die Fagus Jura AG, die vor eineinhalb Jahren mit dem Ziel gegründet wurde, das Schweizer Buchenholz sinnvoll zu nutzen. Mitten in DER Laubholzregion des Landes, denn im Baselbiet wachsen 80 Prozent der Laubbäume. So berichtete der Forstingenieur von Klimawandel und Standorten (Rotbuche wächst von Skandinavien bis Sizilien), der Holzverarbeiter vom Potential in der Verbindungstechnologie, der Professor erzählte von der aktuellen Laubholzforschung (6 Projekte laufen über den Aktionsplan Holz und dem Wald- Holzforschungsfonds) und vom ‹Buchentisch›, einer Denkfabrik, die neue Verbindungen, Verarbeitungen und Systeme erdenkt.
Von ‹Herausforderungen› war viel die Rede: Buche verhält sich wild beim Trocknen, ist nicht widerstandsfähig an der Witterung, schwindet und quillt stark und es fehlt ein Werkstoff Engineering. Doch Hermann Blumer, der Appenzeller Holzbauingenieur, der die Architekturexperimente von Shigeru Ban und anderen Architekten möglich macht, erzählt von Bedenkenträgern und Phantasieträgern. Die einen sagen, die Verarbeitung sei zu teuer, die anderen: Ist die geeignete Technologie einmal da, sei die Verarbeitung geringer und damit günstiger. Beim Apero befeuerte der Wein das Schwärmen. Das Obergeschoss des Fokus-Pavillons von bbk Architekten aus filigranen Buchenbalken schwankte leicht. Blumer erzählt von neuen Projekten aus aller Welt. Der Quantensprung im Bauen mit Laubholz komme jetzt.

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