Am 4. August wurden im Libanon viele historische Gebäude schwer beschädigt. Fotos: Haytham Al Achkar / Getty

Zertrümmertes Bauerbe

Nach der Explosion in Beirut kämpft eine Architektin für den Erhalt des Bauerbes. Ausserdem in der Presse: Denkmalschutz am Zürcher Friesenberg, neuer Bahnhofplatz in Bern und 150 Jahre Vischer Architekten.

Nach der Explosion vom 4. August in Beirut steht ein grosser Teil der Stadt in Trümmer. Viele historische Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Libanesische Architektin Danièle Chikhani kämpft nun für den Erhalt des Beiruter Bauerbes. Die «NZZ» traf sie zum Interview. Die Stadt wurde einst um den Hafen herum erbaut. Die meisten Gebäude in diesen Quartieren seien zur Zeit des Osmanischen Reiches und während des französischen Mandats errichtet worden. Man finde dort eine einzigartige Verschmelzung von osmanischen, venezianischen und arabischen Stilen, erzählt Chikhani. Nun müssen etwa 8000 Gebäude in ganz Beirut restauriert werden, ca. 640 davon gehören zum historischen Erbe der Stadt. Von diesen seien mindestens 60 akut vom Einsturz bedroht, da ihre Bausubstanz zerstört wurde. Zuerst müsse diese wiederhergestellt werden. Schliesslich könne kein Fussboden wieder herrgerichtet werden, solange die Pfeiler oder das Fundament nicht intakt seien, meint Chikhani. Aufgrund der grossen Eile wäre es für sie nicht leicht gewesen, all diese Bemühungen zu synchronisieren. Fünfzig Teams zu je sechs bis sieben Ingenieuren hätten die Strassen durchkämmt, um jedes einzelne beschädigte Haus in einer Datenbank zu erfassen und zu ermitteln, was nun benötigt werde. Doch Chikhani erklärt auch, dass nicht alle sich für den Erhalten des Bauerbes gleich einsetzen:  «Wenn wir uns nicht mit Entschlossenheit dagegen wehren, werden die Investoren erneut versuchen, ihre Wolkenkratzer zu bauen. Schliesslich ist es profitabler, Wohnungen in zwanzigstöckigen Gebäuden zu verkaufen.»

Weitere Meldungen:

– «Denkmalschutz vor Verdichtung»: Die Gründersiedlung am Zürcher Friesenberg bleibt nach Bundesgericht bestehen. Der «Tages-Anzeiger» und die «NZZ» berichten.

– Der Berner Bubenbergplatz und der Hirschengraben sollen umgestaltet werden, damit sie zum neuen Hauptbahnhof passen. Der «Bund» berichtet.

– Vor 150 Jahren hat Vischer Architekten die Erweiterung des Basler Rathauses beendet. Die «Basler Zeitung» blickt zurück.

– Klangkunst an der Zürcher Europaallee. Die «NZZ» berichtet.

– Wie sich Marseille zu einer grünen Stadt wandeln möchte, schreibt der «Tages-Anzeiger».

 

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