Zentrumslast vs Kantonsfusion

Angesichts der Fusionsgedanken beider Basel wirft die ‹Basler Zeitung› einen Blick auf den ungeteilten Kanton Bern. Auch hier sei das Problem Zentrumslasten konfliktbeladen, vor allem bei kulturellen Institutionen.


Intensiv diskutieren beide Basel über einen Zusammenschluss, auch nachdem die inzwischen zurückgezogenen Fusionsinitiative im Landrat abgelehnt wurde. Hinsichtlich des Dauerthemas Zentrumslasten wirft die ‹Basler Zeitung› nun einen Blick auf den ungeteilten Kanton Bern. Bis heute habe die Landschaft das Sagen. «Konkret kann dies schon mal ein Nein zum Tram nach Bern-Bümpliz sein, aber ein Ja zu den Subventionen für den Raddampfer ‹Blümlisalp› auf dem Thunersee», weiss das Stadtblatt und berichtet über einen Vorstoss der Berner FDP-Stadträtin Jacqueline Gafner. 2012 habe die Stadt unterm Strich knapp 138 Millionen Franken ans Land bezahlt. Das sei «nicht mehr stimmig», vor allem bei kulturellen Institutionen. 260 Franken kosten diese den Stadtberner jährlich im Durchschnitt, 22.55 Franken ist der Pro-Kopf-Beitrag in der Region Bern-Mittelland. Nach dem Streit um die Sanierung des Stadttheaters sind inzwischen «Einheimischen-Tarife» ein Thema, um die auswärtigen Besucher zur Kasse zu bitten.

Der Titel des Artikels «Was Basel von Bern lernen könnte» führt in die Irre, denn die Stossrichtung ist umgekehrt. Der Artikel thematisiert, dass Zentrumslasten kein Problem sind, das sich im Grosskanton auflöse. Die ‹Basler Zeitung› berichtet, dass der Berner Stadtpräsident Alex Tschäppät die Basler Fusionspläne nicht nachvollziehen könne, dass eine Wirtschaftsstudie Bern 2009 eine Kantonsteilung empfahl und schliesst: «Die Stadt Bern hätte wieder das Sagen.»

Weitere Meldungen:


– Neuartiger, wiederverwertbarer Kunststoff aus dem Hause Freitag: Wie die ‹NZZ› berichtet, möchte der Zürcher Taschenproduzent nach 20 Jahren diversifizieren. Er wird «dem ökologischen Kreislaufgedanken der Firma treu bleiben» und im Herbst ein neues Konzept präsentieren.

– «Ich mag Details», sagt Modedesignerin Ruth Bürgin in der ‹Basler Zeitung›. Ein Portrait über «die Frau, der die Männer vertrauen» und die an gediegene Adressen liefert.

– «Die reiche Kargheit von Cukrowicz Nachbaur», titelt die ‹NZZ› über eine Ausstellung über die Vorarlberger Architekten in der Berliner Architektur-Galerie. Nichts an ihren Bauten sei zufällig, Handwerkskunst und ästhetische Neugier fügten sich zum baukulturellen Bewusstsein. Bei einer zweiten Ausstellung – über Hans Hollein im Wiener Museum für Angewandte Kunst – erstaunt die ‹NZZ›, dass das umstrittene Haas-Haus «des stets mit einem Augenzwinkern auf die architektonischen Niederungen blickenden Gauklers nur am Rand» erwähnt wird.

– Alpinistenvillen: Nach strengen Richtlinien renoviert der Schweizerische Alpenclub seine Hütten. Heimisches Holz füge sich zu schönen Linien, «Abwasserentsorgung und Energiegewinnung sind auf vorbildlich nachhaltigem Stand», weiss der ‹Tages-Anzeiger› und berichtet von hohen Kosten: «Für die zuständigen Sektionen ist das nur mühsam zu stemmen».

– Doppelsieg für den Zürcher Heimatschutz: Laut ‹Tages-Anzeiger› zeigen die Erfolge vor dem kantonalen Baurekursgericht gegen Bassersdorf und Hombrechtikon, «dass viele Gemeinden heute mit ihrem Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte fahrlässig umgehen».

– «Die Trutzburg zu Altstetten», titelt der ‹Tages-Anzeiger› über den auf Montag angesetzten Auszug der Besetzer und letzten Mieter auf dem Zürcher Labitzke-Areal. «Doch sie wollen nicht gehen und künden an, sich gegen eine Räumung zu wehren.»

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