Wer macht am meisten schlechte Luft mit Fliegen? Fotos: Claudio Schwarz | @purzlbaum on Unsplash

«Wenige fliegen viel, viele fliegen wenig»

Mehrfach Mobilität heute in den Zeitungen: Zur Frage, wer bei einer Flugticket-Abgabe am meisten bezahlen müsste, zum Trottoirärger wegen Minielektroautos in Zürich und zu Mobility Pricing im Kanton Bern.

Der Nationalrat berät das C02-Gesetz, und dessen in der Öffentlichkeit am meisten beachtete Teil ist die Flugticket-Abgabe. Für Kurzstreckenflüge schlagen der Ständerat und die vorberatende Nationalratskommission 30 Franken vor, für Langstreckenflüge bis zu 120 Franken. Die Hälfte des Geldes soll in einen Klimafonds, die andere Hälfte zurück an die Bevölkerung fliessen. Nun zeigt eine Studie des Forschungsinstituts Sotomo, wer am meisten zahlen müsste, und der Tages-Anzeiger hat sie studiert.

«Die Gruppe, die mit Abstand am meisten fliegt, ist die mit dem dicksten Portemonnaie: Wer monatlich über 12’000 Franken verdient, fliegt rund doppelt so häufig wie ein Durchschnittsbürger. Die Vielverdiener machen zudem mehr Langstreckenflüge als andere Einkommensklassen.» Auch junge Erwachsene, die in Grossstädten in Flughafennähe wohnen, belasteten die Umwelt mit ihren Flügen überdurchschnittlich stark. Im Gegensatz dazu bleiben Familien mit kleinem oder mittlerem Einkommen, die in Berg- oder Landkantonen wohnen, am ehesten am Boden.

«Während sehr viele wenig fliegen, fliegen wenige sehr viel», sagt Studienautor Michael Hermann. Umgekehrt heisst das: Im Inland würden 60 Prozent der Bevölkerung mehr Geld zurückerhalten, als sie mit der Abgabe bezahlt haben – am meisten jene in ländlichen Kantonen wie Uri oder Graubünden, weil diese am wenigsten fliegen. «Käme es zu einer Volksabstimmung, hätte diese Erkenntnis einen entscheidenden Einfluss auf die Chancen der Flugticketabgabe», so Hermann.


Weitere Meldungen:

– In Zürich sollen die Kleinstautos von Enuu wieder von den Strassen verschwinden, der Ärger über die auf Trottoirs abgestellten Kabinchen war zu gross, berichtet die NZZ.

– Der Kanton Bern will einen Versuch mit Mobility Pricing starten, um Verkehrsspitzen zu brechen, berichtet der Bund.

– Wer mehr über Zürichs künftige Mobilität wissen will, findet zurzeit einiges auf tsüri.ch: Beim Online-Magazin, das einge digitale Lokalzeitung ist, läuft der Fokus Mobilität.

– Und noch ein anderes Thema als Mobilität: Die Konzerninitative kommt endlich vors Volk, nachdem der Gegenvorschlag des Parlaments steht. Mehr über Risiken und Nebenwirkungen dazu liest man in der NZZ und im Tages-Anzeiger. Und hier im Hochparterre: «Kein Architekt fragt, woher das Alu im Fensterrahmen kommt.»

 

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