Cover des aktuellen Hochparterre-Themenhefts über die 2000-Watt-Genossenschaft Zurlinden

Wachstum als Hemmschuh

In ‹Die Wochenzeitung› spricht der Zürcher Nachhaltigkeits-Beamte Toni W. Püntener Klartext, was eine 2000-Watt-Gesellschaft wirklich bedeuten würde: Mehr Stadt, weniger Mobilität und Konsum.


Nachhaltigkeit ist kompliziert und unübersichtlich. Zahllose Modelle, Labels und Konzepte. Eines davon ist jenes der 2000-Watt-Gesellschaft, welchem sich die Stadt Zürich bis 2050 verpflichtet hat. ‹Die Wochenzeitung› sprach mit Toni W. Püntener von der Abteilung Energie und Nachhaltigkeit über die vielen kleinen Schritte – wie den Klimazmittag, ein treibhausgasarmes Menü Plus in den städtischen Cafeterias und wöchentliche Vegimenüs. Doch Püntener spricht auch zu grossen Themen Klartext. «Sind wir etwa nicht weiter als 1973?», fragt er angesichts den Sorgen um die Gasversorgung wegen der Ukraine-Krise und weiss: «Es ist hart, aber ich vermute, wir bauen erst um, wenn es keine fossilen Brennstoffe mehr gibt.» Weil Städte weniger Wohnfläche pro Kopf haben und alles näher beisammen sei, beantwortet er die Frage, ob man mehr Stadt und weniger Agglo brauche klar: «Das würde ich persönlich nicht bestreiten. Die Hüslischweiz ist nicht energieeffizient.»
Wirklich spannend wird es bei den Zahlen. Mit rund 6000 Watt pro Kopf sind die Schweizer von der Zielmarke weit entfernt und darin ist der «individuelle Konsum» – also die Energie in sämtlichen Konsumgütern wie Kleidern oder Lebensmitteln sowie die Mobilität via Auto, Bahn oder Flugzeug – nicht einmal enthalten. Ohne Verzicht dürfte es kaum gehen, doch wie ‹Die Wochenzeitung› weiss, pocht die heutige Wirtschaft auf stetiges Wachstum , «eine nachhaltige Welt liegt also gar nicht in ihrem Interesse». Auch hier sagt der Beamte klar: «Diese Fokussierung auf das Wachstum ist vermutlich der grösste Hemmschuh.»

2000 Watt bauen: Mit innovativen Produkten und Prozessen baut die Unternehmergenossenschaft Zurlinden schon heute 2000-Watt-konform. Das aktuelle Hochparterre-Themenheft stellt Personen und Bauten vor.

Weitere Meldungen:

http://www.hochparterre.ch/publikationen/themenhefte/shop/artikel/detail/zurlinden-baut/


– «Verdichtet euch selbst», fordert der ‹Tages-Anzeiger› und blickt auf Japaner, die Menschenmassen «mit Präzision und Ordnung» begegnen, Briten, die Wartezeiten «mit Haltung entgegentreten» und Pariser, für die Massen «Bestätigung der eigenen Klasse» seien.

– Unter dem Titel «Bremsklotz bei Bauprojekten» berichtet ‹Der Bund›, wie rechtsliberale Grossräte der Denkmalpflege und der Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder die «Federn zu stutzen» gedenken.

– Weil die Londoner Garden Bridge trotz immenser Baukosten nachts geschlossen sein, Velofahrer keinen Zugang haben und Menschenansammlungen verboten sein sollen, urteilt die ‹NZZ› hart: Die Themse habe «eine Extravaganz wie die Gartenbrücke nicht nötig».

– Für die ‹NZZ› ist das ehemalige Neuenburger Expo-02-Gelände Jeune-Rives der Inbegriff einer Politik, deren Ideen zur Aufwertung einer trostlosen Uferpromenade wiederholt am Volk scheiterten. Statt an diesem vorbei zu planen, wurde nun für das Konezpt ‹Ring› – eine ovale Parkfläche umgeben von einem Betonring für Fussgänger, Velofahrer und Skater – ein partizipatives Verfahren eingeleitet. «Und siehe da: Die Bevölkerung zieht mit.»

– Nach dem «Hotz-Klotz» hatten Anwohner des Zürcher Bahnhofs Tiefenbrunnen auch das Projekt ‹Vuelo› von Spillmann Echsle Architekten bekämpft. Laut ‹Tages-Anzeiger› hob das Verwaltungsgericht nun den Entscheid des Baureskursgerichts auf. Die SBB rechnen für den 135 Meter langen und 17 Meter hohen Bau «mit einer Baubewilligung – allenfalls mit Auflagen».

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