Siedlung Werdwies, Zürich: Früher stand hier eine Überbauung mit 60 Quadratmeter grossen Vierzimmer-Wohnungen, heute sind die familiengerechten Wohnungen grösser. Fotos: Werner Huber

«Verdichtung macht die Stadt doch erst aus»

In einem Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger» diskutieren Peter Noser, Vizedirektor im Amt für Städtebau Zürich, und Christoph Durban, Projektleiter im Amt für Städtebau Zürich, über die Verdichtung.

Mit Verdichtung könne in Zürich noch Wohnraum für 12'000 Menschen geschaffen werden, weitere 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner fänden in den Neubau- und Entwicklungsgebieten Platz. Dazu kämen noch 44'000 Arbeitsplätze, rechnet Noser vor. Durban warnt davor, «Verdichtung» nicht zu einem Unwert zu machen: «Verdichtung macht die Stadt doch erst aus». Neben der flächenmässigen Bedeutung gäbe es auch die soziale Dichte, die Ereignisdichte, eine kulturelle Dichte. Neubauten verdrängten zwar günstigen Wohnraum, doch die neuen Wohnungen würden auch zu alten, günstigeren. Als Beispiel führt Noser den Regina-Kägi-Hof an, wo zehn Jahre genügten, um den Level zu senken.

Weitere Meldungen:

– Ebenfalls im «Tages-Anzeiger»: Ein Bericht über die Schweizer Landvermesser, die mit ihrem Kartenwerk ein «weltweit einmaliges Markenzeichen» geschaffen haben. Nun lässt sich das gesamte Kartenwerk, laufend aktualisiert, auch via Internet beziehen: www.swisstopo.ch


– Die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt von Widerständen gegen die vorgezogene Neat-Eröffnung. Der Gotthard-Basistunnel kann ein Jahr früher benutzt werden als geplant. Doch den SBB eilt es nicht,  und die Politik bremst. Eine Vorverschiebung bringe nichts, weil die Zufahrten ohnehin noch nicht fertig seien, monieren manche Politiker. Die SBB sagen, dass sie erst Ende 2014 beurteilen könnten, ob sie den Tunnel vorzeitig in Betrieb nehmen können.


– Ebenfalls in der «NZZ»: Der Zürcher Regierungsrat hat 18 Millionen Franken für die Planung der Limmattalbahn bewilligt. 2012 soll das Projekt als Teil des Agglomerationsprogramms beim Bund eingereicht werden, 2014 entscheidet das Bundesparlament über die Mittel. 2020 sollen die ersten Trams auf der auf 600 bis 700 Millionen Franken geschätzten Linie verkehren.


– Und nochmals die «NZZ»: Ein Bericht über die Uhrmachermetropole La Chaux-de-Fonds, die meist erst auf den zweiten Blick zu gefallen vermag. 1794 brannte das einstige Dorf ab, 1830 setzte ein Zustrom von Einwanderern ein, 1834 wurde das urbanistische Konzept einer Idealstadt von Kantonsingenieur Charles-Henri Junod entwickelt. Heute ist La Chaux-de-Fonds eine «einzigartige Symbiose von Architektur und Technologie, Städtebau und Uhrenindustrie.


– Mit dem Projekt «Amélie» gewann Landschaftsarchitekt Guido Hager 2007 den Wettbewerb für die Umgestaltung des Breitenrainplatzes in Bern. Nun verlangt der Gemeinderat vom Parlament einen Kredit für die Erarbeitung des Bauprojekts. Der Platz soll zur Tempo-30-Zone werden, ein städtisches Café in der Platzmitte soll es nicht geben. 10,7 Millionen Franken soll der Umbau kosten, der Baubeginn ist für 2014 vorgesehen.


– Die «Basler Zeitung» geht der Frage nach, warum Zürich so nett ist. «Zürich geht davon aus, dass es auf Grösse und Stärke abonniert ist, ohne viel tun zu müssen», schreibt Tim Engster, der sich mit dem Artikel als Zürich-Korrespondent und BaZ-Redaktor verabschiedet.


– Ebenfalls in der «BaZ»: Vor vier Jahren hätte der Kanton Basel Stadt einen Grossteil des Syngenta-Areals gegenüber dem Badischen Bahnhof erwerben können. Zugeschlagen hat ein anonymer britischer Investor. Ein Fehler, wie die Zeitung rückblickend meint.

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Kommentare

Herbert Imbach 28.06.2011 10:50
Dichte ist ein physikalischer Begriff. Dazu geschaffen, Zustände in unserer Umwelt wissenschaftlich korrekt und präzise zu beschreiben. Aber vollständig ungeeignet, um damit weite Kreise der Bevölkerung für städtebauliche Konzepte zu begeistern. Dazu müssen wir eine Sprache wählen, die Wissenschaft durch Emotionen ersetzt. Wo würden Sie lieber wohnen, in einem verdichteten oder in einem belebten Stadtteil? http://www.projectconsult.ch/2011/03/23/endlich-aufhoren-von-dichte-zu-sprechen/
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Ich kann das Bild nicht lesen