Eine «Supertoilette» des japanischen Weltmarktführers TOTO. Fotos: toto.co.jp

Supertoiletten und Raumentwicklung

2,5 Milliarden Menschen haben keinen Sanitärzugang haben. Ein guter Grund für Designer und Architektinnen, über Badezimmer nachzudenken.


Heute ist Welttoilettentag. Dieser ist kein Werbegag der Sanitärbranche, sondern von der UNO erfunden, weil 2,5 Milliarden Menschen «keinen Zugang zu einfachster Sanitärversorgung» haben. Unter dem Titel «Die Technik-Toiletten aus Tokio» greift das ‹St. Galler Tagblatt› das Thema auf und berichtet über «Supertoiletten», welche die Routineuntersuchung beim Arzt ersetzen. Es erzählt die Geschichte dahinter, vom in den 70ern für Behinderte erfundenen Washlet über den Massendurchbruch in den 80ern bis zur heutigen Marktdominanz. Aufgrund von «Gesundheitsbewusstsein und Aufgeschlossenheit für technischen Schnickschnack» stünden nun in 75 Prozent der Wohnungen solche High-Tech-Toiletten. Und Architekten können den Welttoilettentag zum Anlass nehmen, über Räume nachzudenken. Über den Wandel des Bads von der modernen Hygienezelle zur hochtechnologisierten Wellnessoase. Über den Wandel des Küche vom Familienzentrum zur normierten Nahrungsmittelvorbereitungsmaschinerie und zurück zur offenen Küche. Oder allgemeiner: über nützliche und nutzlose, stark determinierte und mehrfach nutzbare, gute und schlechte Räume für die anderen 5,5 Milliarden Menschen.

Weitere Meldungen:


– Innenarchitektur im Arbeitszimmer des Bundesrats: Die ‹Basler Zeitung› beschreibt den Geruch von Macht, das Ambiente eines Schulzimmers, Prestige und Machtverzicht.

– «Horizontale Metropolis» heisst eine Ausstellung der Galerie Archizoom der ETH Lausanne zur Zersiedlung. Laut ‹NZZ› geht es dabei nicht nur um Kritik, sondern um «das innovative und nachhaltige Potenzial, das die Umwandlung solcher Gebilde in antihierarchische, vernetzte und durchgrünte Nachbarschaften bietet».

– «Kieslobby geht in die Gegenoffensive», titelt ‹Der Bund› knapp über eine «gut orchestrierte PR-Aktion» der mit Ermittlungen gegen Kartellbildung eingedeckten Branche. Eine gemeinsam erstellte Studie lehnt die bevorstehende Baugesetzrevision ab. Im Interview mit dem kantonalen Verbandspräsident fragt die Zeitung nach dem Mehrwert der Studie, «wenn allen klar ist, dass es ein Gefälligkeitsgutachten ist».

– «Für Seeuferweg darf enteignet werden», titelt ‹Der Landbote› über einen Bundesgerichtsentscheid. Dieser hebt ein auf SVP-Antrag vor zwei Jahren beschlossenes, absolutes Enteignungsverbot auf. Der Förderverein spricht von einem «grandiosen Sieg».

– Food Urbanism ist im Trend – in Theorie und Praxis. Die ‹NZZ› berichtet über den an der Expo Mailand von über hundert Metropolen unterzeichneten Pakt, «um die urbane Bevölkerung der Zukunft zu versorgen».

– 45 statt 35 Millionen Franken soll der Umbau der Kaserne kosten. Wie die ‹Basler Zeitung› berichtet, soll ein urbaner Ort für Hoch-, Alternativ- und freie Kultur entstehen, der sich komplett über Mieteinnahmen finanziert.

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