Fachwerkhaus mit Solardach Fotos: Túrelio auf Wikimedia-Commons, liz. unter CC-BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode)

Solarstrom: «Eine Polemik für den guten Zweck»

In der «NZZ» schreibt heute der deutsche Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler über das Haus des Solarstroms. «Solarstrom ist ein Geschenk an den deutschen Mann. ... Auf dem Weg zur Autarkie kauft er ein Fertighaus in der Dorferweiterung, eine drei viertel Autostunde von seinem Arbeitsplatz.»

In der «NZZ» schreibt heute der deutsche Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler über das Haus des Solarstroms. «Solarstrom ist ein Geschenk an den deutschen Mann. ... Auf dem Weg zur Autarkie kauft er ein Fertighaus in der Dorferweiterung, eine dreiviertel Autostunde von seinem Arbeitsplatz. Das Haus hat einen Panzer aus Kunststoff. Man nennt es passiv, weil es nicht mehr Energie verbraucht, als es erzeugt. Angeblich.» Wer darin wohnt, sollte sich eigentlich entspannen, meint Ziegler. Doch stattdessen habe die Ökogesellschaft den Calvinismus wiederbelebt. «Die Listen dessen, was man richtig machen kann und muss, sind endlos. Das gute Gewissen ist der Supernerv des Ökokommerzes.» An trüben Regentagen jedoch wird klar: «Gäbe es die Kraftwerke nicht, Kohle und Atom, fiele ein im Übrigen autarkes Haus in thermische Agonie.» Doch nach Fukushima ist Kernenergie undenkbar. Bereits würden aber erste Stimmen laut, die warnten, der komplette Atomausstieg werde teuer. «Ist die Energie zu teuer, schrumpft die Wirtschaft. Die Rezession ist, in Wirklichkeit, der Königsweg in die Ökologie: Kurzarbeit, Stillstand, zu Hause bleiben, den Garten bestellen», so Ziegler. «Aber dies wird niemals das Programm unter der deutschen Sonne sein.»

Weitere Meldungen:


– Das letzte Stück des Zürcher Seeuferwegs von der Roten Fabrik bis zum Hafen Wollishofen existiert erst auf dem Papier. Dennoch hat ihm der Stadtrat bereits den Namen Cassiopeia gegeben – nach einer äthiopischen Königin. Der «Tages-Anzeiger» berichtet.

– Die «NZZ» bespricht eine neue Studie zur Wirtschaftlichkeit der Neat. Diese zeigt, dass sich deren Rentabilität weiter verschlechtert, sie weist aber auch auf den Einfluss pendenter politischer Entscheide hin – unter anderem Preiserhöhungen.

– Der Gestaltungsplan für die Aufstockung des Swissmill-Silos in Zürich auf 120 Meter wird rechtlich nicht angefochten. Die Bauherrin rechnet damit, bis Ende Mai die Baueingabe bei der Stadt zu machen, meldet die «NZZ».

– Im zweiten Anlauf ist in Berlin ein nationales Freiheits- und Einheitsdenkmal gekürt worden, berichtet die «NZZ». Der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft aus der Agentur Milla & Partner und der Choreografin Sasha Waltz soll ein «heitere Ort der Begegnung und des Austauschs im Herzen Berlins sein – eine soziale Plastik».

– Mitte Mai stimmt das berner Stimmvolk über das neue Energiegesetz ab. Eine Förderabgabe von mindestens 0,5 bis 1 Rappen pro Kilowattstunde Strom soll die Isolierung alter Häuser ermöglichen, schreibt der «Bund».

– Nach Olympischen Spielen kommt für den Veranstalter oft das böse Erwachen: Wohin mit den millionenteuren Bauten? Die «Basler Zeitung» zeigt eine Lösung des Schweizer Unternehmens Nüssli. «Fast wie beim Legospielen können ihre temporären Bauten wieder versorgt werden.»

– Michele Arnaboldi Architekten aus Locarno gewinnen den städtebaulichen Wettbewerbe für die Neugestaltung des Ortskerns von Roveredo GR. Der «Corriere del Ticino» berichtet.

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