Auch Recyclingbeton braucht frischen Zement. Dessen Herstellung ist in der Schweiz für rund sieben Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Fotos: Tom Huber

«So klappt das nie mit netto null»

Die Zement-Industrie verspricht eine CO2-neutrale Produktion – heisse Luft, meint die «Woz». Ausserdem in der Presse: abschreckende städtebauliche Pläne in Basel und digitale Zwillinge bei Stadler.

Die Zement-Industrie, «angeführt vom Schweizer Weltmarktführer Holcim», verspricht eine CO2-neutrale Produktion bis 2050: «Bei genauem Hinschauen» erwiesen sich die Ankündigungen als heisse Luft, schreibt die «Woz». Eigentlich hätten die Staaten ein profanes Mittel, um die Klimakosten in den Zementpreis einzubauen. So gibt es in der EU seit 2005 und in der Schweiz seit 2008 ein Emissionshandelssystem. «Doch das System hat völlig versagt», schreibt die «Woz». Laut Berechnungen der NGO Carbon Market Watch habe LafargeHolcim zwischen 2008 und 2015 für rund 1,1 Milliarden Euro zu viel Zertifikate im europäischen Handelssystem kassiert. «Das ganze Emissionshandelssystem war bisher eine reine Bereicherungsaktion der grossen Industrien, insbesondere auch der Zementindustrie», zitiert die Zeitung Sam Van den plas von Carbon Market Watch. «Und so scheinen die grossen Versprechen von Holcim und seinen Konkurrenten eher dem Wunsch geschuldet, noch möglichst lange so wie bisher zu produzieren», schliesst die «Woz»: «Doch einerseits von netto null zu reden und andererseits weiterhin möglichst viel Zement zu verkaufen – das geht einfach nicht zusammen.»

Weitere Meldungen:

– Die St.Galler Baudirektion stellt zwei weitere Strategien für die Stadtentwicklung vor: Wo künftig gebaut werden soll und wo es mehr Freiräume für die Bevölkerung braucht, erklärt das «St.Galler Tagblatt».

– «Der umgeleitete Rhein und andere Albträume»: Städtebauliche Pläne wurden in Basel von jeher gewälzt, aber zum Glück nicht immer umgesetzt. Eine Ausstellung im Museum Kleines Klingental zeigt einige abschreckende Beispiele aus der Geschichte. Die «Basler Zeitung» berichtet.

– «Weniger Autos und dafür noch mehr Lärm?» Weshalb sich im linken Zürich ein Quartier gegen autofreie Strassen wehrt. Die «NZZ» berichtet.

– Auf vielen Gebieten der Stadt Lausanne wurden zu hohe Dioxin-Werte gemessen. Die Behörden schränken den Zugang zu neun öffentlichen Arealen ein. «24heures» berichtet.

– «Stadler baut digitale Zwillinge für deutsche Flirt-Züge»: Sensoren senden in Echtzeit Informationen über den Betrieb an die digitalen Zwillinge der Fahrzeuge. «So lassen sich allfällige Defekte früh erkennen und Störungen vermeiden», schreibt das «St.Galler Tagblatt».

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