«Architektonisch ist die Neumatt eine Schachmatt-Erklärung des Kantons.» Fotos: Justiz Kanton Bern

«Schachmatt-Erklärung des Kantons Bern»

«Mit einem so grossen Bauvorhaben beeinflusst der Kanton den öffentlichen Raum. Architektonisch ist die Neumatt eine Schachmatt-Erklärung des Kantons», kritisiert der «Bund» das Kantonale Verwaltungszentrum Neumatt in Burgdorf.

«Aus dem, was zum Verwaltungszentrum für 450 Angestellte in Burgdorf vonseiten der Baudirektion gesagt wurde, ist auch Stolz herauszuhören – freilich nur für das Verfahren», schreibt der Architekturhistoriker Jürg Schweizer in der heutigen Ausgabe des «Bund». Der Kanton Bern sei zwar Eigentümer, eine private Gesellschaft baute, finanziert und betreibt für ihn aber das Zentrum. «Bei Bauten dieser Grösse ist es selbstverständlich, dass ein Architekturwettbewerb stattfindet», meint Schweizer weiter. Im Fall Burgdorf habe zwar ein Wettbewerb stattgefunden, aber einer unter fünf «Bietergesellschaften». Die Architektur sei kein Thema gewesen: «Entsprechend sieht das Zentrum heute aus.» Nach einer ausführlichen (Negativ-)Kritik des Aussen- und Innenraums kommt der Autor zum Schluss: «Der Kanton hat die Aufgabe, Vorbild zu sein – auch mit seinen Bauten. Wenn er eine umfassende Reorganisation seiner Verwaltungsstruktur mit Millionenkosten vornimmt, dann sollte er diesem Vorhaben auch eine qualifizierte Form geben. Mit einem so grossen Bauvorhaben beeinflusst er den öffentlichen Raum. Architektonisch ist die Neumatt eine Schachmatt-Erklärung des Kantons.»

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