Nutzloses Design, sinnlose Architektur

In Lissabon fragen Architekten und Designer nach den Leitbildern ihrer Disziplin: Das Experimenta-Design-Festival diskutiert die politischen Ziele und den gesellschaftlichen Stellenwert der beiden Berufe. Die «NZZ» hat die Schau mit dem Titel «Useless» besucht.

Die Ausstellung ergründet bis Ende November den Nutzen und die Nutzlosigkeit von Design und Architektur. «Ich kenne mehr Stühle als Menschen!», wettert etwa Enzo Mari. Die Kritik des Mailänder Altmeisters fällt vernichtend aus: «In Wirklichkeit produziert Design doch nur Einrichtungsblödsinn.» Compasso-d’Oro-Preisträger Jonathan Olivares wiederum prangert die Umweltverschmutzung und den Überfluss des Marktes an. Seine Schau vermag die «NZZ» aber nicht zu überzeugen: «Letztlich reiht er doch nur altbekannte Phänomene auf, ohne zum Kern der Problematik vorzustossen.» Beeindruckt zeigt sich die Zeitung von der Ausstellung «Utilitas Interrupta». Sie rückt ausgediente Grossprojekte und Infrastrukturen in den Fokus, etwa die weltgrösste Shopping-Mall in Südchina, die seit ihrer Fertigstellung vor sechs Jahren leer steht. Trotz der negativen Beispiele liessen sich konstruktive Perspektiven ableiten, resümiert die «NZZ»: «Die Kritik der Ideologien führt zumindest im europäischen Raum zum Nachdenken und allenthalben zu einer Neudefinition des Designbegriffs.»

Weitere Meldungen:


– 99 Prozent aller Zürcher leben gerne in ihrer Stadt, zeigt die traditionelle Bevölkerungsbefragung. «Am stärksten stört sie der Verkehr und die Situation auf dem Wohnungsmarkt», schreibt der «Tages-Anzeiger».

– Das Gewerbehausprojekt «Tatort» in Zürich Affoltern droht an der Verkehrserschliessung zu scheitern, meldet die «NZZ». Der Baubeginn war schon in diesem Jahr geplant.

– Basel erhält ein neues Tram. Das «Flexity» von Bombardier gewinnt die Ausschreibung dank dem Preis, berichtet die «Basler Zeitung».

– «Basel hinkt Zürich um bis zu fünfzig Jahre hinterher», titelt die «Basler Zeitung» und berichtet über eine Podiumsdiskussion zu Mobilität und Stadtentwicklung des «baslerbauforum».

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