Privatopia: eine Gated Community in der Nähe von Singapur.

News from Privatopia

Überall auf der Welt entstehen derzeit luxuriöse Privatstädte, die einer breiteren Öffentlichkeit keinen Zutritt bieten. Die «NZZ» geht dem Phänomen nach.


Der amerikanische Ökonom Paul Romer hat eine Vision: Er will in der Dritten Welt private Städte gründen und diese zu wirtschaftlicher Blüte führen. Unter den richtigen Rahmenbedingungen lasse sich überall auf der Welt ein zweites Hongkong implantieren, ist Romer überzeugt. Das Projekt ist keine Einzelfall. Überall auf der Welt entstünden derzeit luxuriöse Privatstädte, die einer breiteren Öffentlichkeit keinen Zutritt bieten, schreibt die «NZZ». Der lesenswerte Artikel von Adrian Lobe beleuchtet verschiedene geplante oder realisierte Privatstädte: von Walt Disneys Idealstadt «Celebration» über die Stadt Sandy Springs in den USA, die sämtliche Verwaltungsaufgaben an ein privates Unternehmen ausgegliedert hat und gerade noch acht Mitarbeiter beschäftigt, bis zur «Eko Atlantic City» , einer privatisierten Enklave auf einer künstlichen Insel vor der nigerianischen Hauptstadt Lagos. Was bedeutet diese Entwicklung für das Gemeinwesen? Die von Romer anvisierte «Charter City» lasse sich auf folgende Formel bringen, schreibt Lobe: «Die armen Länder liefern das Land, die reichen Know-how und Gesetze. Die Menschen entkleiden sich ihrer demokratischen Mitsprache, in der Hoffnung, einen Arbeitsplatz zu finden. Job gegen Stimmzettel – das ist der Deal.» Die Separation zwischen Arm und Reich habe es zwar schon immer gegeben, meint Lobe. Neu sei hingegen, dass sich Reiche ihre eigenen Städte bauen: «In diesen privaten Städten vollzieht sich eine moralische und soziale Sezession von der Gesellschaft. Die idealtypische Polis, die Keimzelle der Demokratie, gerät unter Druck, und der öffentliche Raum verschwindet mehr und mehr.»

In Basel-Stadt werde derweil ein «Kampf um den knappen Boden» ausgefochten, meldet die BaZ. Linke möchten verhindern, dass der Kanton sein Bauland verkaufe. Ihre «Neue Boden-Initiative» will, dass der Kanton Basel-Stadt sein Land grundsätzlich nicht mehr verkaufen, sondern nur noch im Baurecht abgeben kann. Die Regierung hält das Begehren für unnötig; der Kanton betreibe seit Jahren eine aktive Bodenpolitik, wie sie von der Initiative gefordert werde, und es würden nur in Ausnahmefällen Immobilien veräussert. (Artikel online nicht verfügbar.)

Weitere Meldungen:


– «Der Van Gogh der Fotografen»: Der «Tages-Anzeiger» berichtet über den Zürcher Rob Gnant, der zu den wichtigsten Reportagefotografen der Nachkriegszeit zählt und dessen Arbeiten im Rahmen des Projekts «Art Altstetten Albisrieden»  zu sehen waren.

– «Die Spur der blauen Tänzerin führt zu Blocher»: Gemäss Recherchen der «WOZ»

handelt es sich bei Ferdinand Hodlers Gemälde «Lied aus der Ferne», das

sich in Christoph Blochers Besitz befindet, um Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg.

– «Und oben thront der Alpöhi»: Filmkritiker Wolfram Knorr wundert sich in der «Weltwoche» über die «Gartenlaubenseligkeit» der Schweizer Filmszene, die sich statt für die soziale und politische Gegenwart für das «Heidi» und den «Schellen-Ursli» interessiere. (Artikel online nicht verfügbar.)

– «Ein Nashorn auf Abwegen»: Seit dem Umbau der Zürcher Kantonalbank steht die grosse Nashorn-Eisenskulptur der ZKB nicht mehr im Eingang der Bank, sondern mitten auf dem Trottoir der Bahnhofstrasse. Mit der Bewilligung habe die Stadt gegen ihre eigenen Prinzipien verstossen, schreibt der «Tages-Anzeiger».

close

Kommentare

Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen