Hochhäuser eignen sich: Kein Schatten fällt auf die PV-Anlage auf dem Dach. Fotos: Silvan Metzker via Unsplash

Mehr Strom vom Dach

Der Tages-Anzeiger fasst eine Studie zum PV-Potenzial auf den Dächern Zürichs zusammen. Weiter in der Presse: Ein Notfall-Gymnasium, ein Modelleisenbahn-Labor und ein Kommentar zur Nachfolge des CO2-Gesetzes.

Nur 1 Prozent des Stadtzürcher Stromverbrauchs werde heute durch Sonnenenergie gedeckt, schreibt der «Tages-Anzeiger» in einer informativen Auslegeordnung zu Solaranlagen in der Stadt. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 10 Prozent steigen. Im Auftrag der Stadt untersuchte die Firma Meteotest die Zürcher Dächer. «Auf einer Fläche von etwas mehr als drei Quadratkilometern» sei ein Ertrag von 487 der 3000 Gigawattstunden (GWh) möglich, die Zürcherinnen und Zürcher pro Jahr verbrauchen oder 16 Prozent des heutigen Stromverbrauchs.

Das EWZ plant Anlagen auf städtischen Neubauten, Pflegezentren, Spitälern und Schulhäusern. Doch von allen geeigneten Dächern gehören nur 11,5 Prozent der Stadt. Einfamilienhausbesitzer und Genossenschaften seien offen für PV-Anlagen. In den Genossenschaftssiedlungen profitieren die Bewohnerinnen und Bewohner direkt vom gewonnenen Solarstrom. Anders bei Mietwohnungen: «Grosse Immobilienfirmen, Banken, Versicherungen und Pensionskassen sind oft auf kurzfristigere Renditen aus. Da eine PV-Anlage erst ab zehn Jahren rentabel wird, verzichten viele darauf, eine zu installieren», sagt Expertin Iris Hassenpflug im Tages-Anzeiger. Dies bestreiten die fünf grössten privaten Immobilienbesitzer in der Stadt auf Anfrage. Man sei an einer langfristigen Haltedauer und Rendite interessiert, sagt etwa der Sprecher der UBS. Trotzdem: Nur auf 12 der 116 UBS-Liegenschaften in der Stadt Solaranlagen installiert.

Der Ausbau gehe zu wenig schnell, sagt Michel Haller vom Institut für Solartechnik an der Ostschweizer Fachhochschule. Es brauche die Förderung etwa durch kantonale Energie-Gesetze, aber auch bessere Finanzierungsmöglichkeiten: Bei Krediten für den Hausbau oder dass die Privaten die Kosten und auch den Ertrag von PV-Anlagen selber übernehmen würden, «da würden mehr Eigentümer mitspielen.» Kurz: «Ob es in den nächsten Jahren gelingen wird, einen bedeutenden Anteil des Strommixes aus Solarstrom zu beziehen, dürfte vor allem von den privaten Hausbesitzern abhängen», bilanziert der Tages-Anzeiger.

 

Weitere Meldungen:

– Passend – oder eben nicht passend – zum Hauptthema bringt der «Bund» ein Interview mit Meyer-Burger Chef Gunter Erfurt. Das Thuner Solarunternehmen produziert wieder Solarmodule – in Deutschland. Dort habe man rasch Fachkräfte gefunden. Eine Rückkehr in die Schweiz sei aber denkbar, denn Fachleute etwa in China kosteten inzwischen fast genauso viel wie hier.

– In Bussigny starten Waadtländer Gynmasiastinnen und Gymnasiasten kommenden Montag in einem umgenutzten Verwaltungsbau: In rekordverdächtiger Zeit wurde das leerstehende Gebäude für knapp 14 Millionen Franken zum Schulhaus umgebaut. Die Fotos zeigen eine nüchterne, rechteckige, hellgraue Atmosphäre. «24 Heures» berichtet.

– Das legendäre ETH-Bahnlabor ist vom Hauptgebäude in Zürich in einen Hangar auf den Flugplatz Dübendorf umgezogen. Die Modelleisenbahn-Anlage dient für Ausbildung und Forschung im Schienenverkehr, könnte künftig aber auch ab und zu öffentlich zugänglich werden. Die «NZZ» berichtet.

– Wie weiter nach dem CO2-Gesetz? Bundesrätin Sommaruga will Netto Null bis 2050 nun vor allem mit Subventionen erreichen, zum Beispiel für Elektroautos. Das sei der falsche Anreiz, Lenkungsabgaben auf CO2-Emmissionen seien besser. Und Emissionen im Ausland dürften auf keinen Fall ausgeklammert werden. Ein Kommentar in der «NZZ».
 

 

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