Le Corbusiers «Unité d'Habitation», Marseille 1952 Fotos: Manfred Brückels (commons.wikimedia.org)

«Magischer Beton»

Zum Abschluss ihres Jahres als Kulturhauptstadt ehrt Marseille den Architekten Le Corbusier mit der Ausstellung «Le Corbusier et la question du brutalisme».

Die «NZZ» besuchte die Schau in zwei Teilen. Der erste Teil zeigt frühe Studien, Gemälde und Skulpturen Le Corbusiers, in denen Kurator Jacques Sbriglio den Béton Brut begründet sieht. Der zweite Teil widmet sich den realisierten Bauten, wobei die Marseiller Unité d'Habitation als «Keimzelle des baukünstlerischen Brutalismus» gefeiert wird. Neben zahlreichen ikonischen Werken zeigt die Schau auch zahlreiche selten oder nie gezeigte Werke, vor allem in Form von Zeichnungen, Modellen, Skulpturen oder Gemälden.
Die «NZZ» beurteilt den Besuch als lohnend und bemängelt einzig, dass die Ausstellung auf die «Überwindung des Brutalismus nicht eingeht». Schliesslich sei diese Le Corbusier mit dem Zürcher Heidi-Weber-Haus «glorios» gelungen, dessen Dachkonstruktion die nach dem Brutalismus einsetzende Hightech-Architektur ankündige. Die «NZZ» empfiehlt eine zweite, hier anknüpfende Ausstellung.

Weitere Meldungen:


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- «Der Bund» stilisiert in einem Leitartikel die Sanierung des Berner Stadttheaters als Frage des Vertrauens. Trotz mangelhaftem Projekt sei es zu spät für ein Nein an der Urne.

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- Der «Tages-Anzeiger» kommentiert amüsiert die vom Gewerbeverband beklagte Verslumung von Zürich Höngg. In Anspielung auf die «Seefeldisierung» wird prognostiziert, dass mit «Hönggerisierung» erneut ein Quartier als Namensgeber für einen Negativtrend dienen wird.

- Die «NZZ» bespricht Jostein Gaarders Roman «2084 - Noras Welt», der an George Orwells fundamentale Kulturkritik in Prosa «1984» anzuknüpfen sucht. Die Romanheldin wünscht sich einen Neustart auf dem von ihren Vorfahren zerstörten Planeten.

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