Wasser aus der Tiefe des Zürichsees soll die City kühlen und wärmen. Fotos: Comet Photo (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv)

Kühlung aus dem See für die heisse Stadt

Heute in den Zeitungen: Ein Projekt für die Kühlung und Heizung der Zürcher City mit Seewasser, der Vorstoss der Uno in Sachen Brunaupark, denkwürdiges zu Denkmälern und ein Snøhetta-Projekt auf Spitzbergen.

Kann die ganze Zürcher City zwischen Limmat und Schanzengraben dereinst mit Seewasser geheizt und gekühlt werden? Seit drei Jahren arbeitet ein Team von Energiespezialisten unter der Leitung des städtischen Energiedienstleisters EWZ an einer entsprechenden Studie, wie der ‹Tages-Anzeiger› heute berichtet. Das Projekt ‹Coolcity› würde nicht nur die Heiz-, sondern auch die zahlreichen Kühlanlagen überflüssig machen. Das könnte Platz in den Gebäuden schaffen und würde die Stadt insbesondere in den Sommermonaten vor der Abwärme der Klimaanlagen verschonen.
‹Coolcity› würde das Seewasser in grosser Tiefe entnehmen, dort, wo die Temperatur konstant bei fünf Grad liegt. SP und Grüne hätten die Anlage lieber heute als morgen, wie der ‹Tagi› schreibt, und auch die rechte Ratsseite sei positiv gestimmt, hat aber Bedenken wegen der Finanzierung. Ohnehin ist der Weg noch weit: Im März sollen laut ‹Tagi› die Resultate der Machbarkeitsstudie vorliegen, mit einer schrittweisen Inbetriebnahme sei nicht vor 2030 zu rechnen, sagt Projektleiter Reto Burkhard vom EWZ.
Neu ist die Idee nicht: Seit langem werden einzelne Gebäude mit Seewasser beheizt und gekühlt und an einigen Orten auch ganze Quartiere, die jedoch deutlich kleiner sind als die Zürcher City.

Weitere Meldungen:

– Ebenfalls im ‹Tages-Anzeiger›: Im Brunaupark in Zürich-Wiedikon will die Pensionskasse der Credit Suisse 240 bestehende durch 500 neue Wohnungen ersetzen. Das hat die Opposition der Bewohnerinnen und Bewohner auf den Plan gerufen. Nun erhalten sie Schützenhilfe durch die Uno-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Wohnen, Leilani Farha. Sie hatte im letzten Juni die Brunau besucht und Ende November einen Brief an den Bundesrat geschickt. Sie äussert darin die Sorge, dass möglicherweise das Recht auf angemessenes Wohnen nicht eingehalten werde.

– Der ‹Bund› geht in einer Serie Geschichten nach, die sich hinter Denkmälern in der Bundesstadt verbergen. Heute sind drei Denkmäler an der Reihe: eines für den Aargauerstalden, eines für den Studenten Teobold Weinzäpfli, der 1654 den Sturz von der Münsterplattform überlebt hatte,  und eines für Sigmund Rudolf von Werde, der am unteren Ende des Klösterlistutzes als einziges Opfer des Stäcklikrieges gefallen war.

– Im Vorfeld der kantonalen Abstimmung über den Rosengartentunnel und das Rosengartentram in Zürich geht die ‹Neue Zürcher Zeitung› der Frage nach, wie sich die Bauarbeiten auf das Quartier auswirken. «Wir leiten den Verkehr während der Bauphase nie von der Hauptachse durch das Quartier», hält Gesamtprojektleiter Peter Bieber vom kantonalen Tiefbauamt gegenüber der ‹NZZ› fest. Genaueres lasse sich dazu jedoch noch gar nicht sagen, denn zur Abstimmung stehe lediglich eine vertiefte Machbarkeitsstudie.

– Mit Visualisierungen von Snøhetta illustriert die ‹NZZ› einen Beitrag über ein geplantes Software-Archiv in einer aufgegebenen Kohlemine auf Spitzbergen. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Bereits seit rund zehn Jahren gibt es hier eine Pflanzensamenbank, daneben werden wichtige Bücher und Gemälde auf Film aufbewahrt. Nun soll also auch noch Software dazukommen. Doch wozu? Software sei der «verborgene Eckstein der modernen Zivilisation», meint der Marketingmanager der involvierten Firma Github.

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